»Aber wo bleibt da meine Achtung im Dorf? Wie kann ich mich dann noch als Schulmeister sehen lassen?«
»Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet werden.«
»Ach ja, Ihre Bibelsprüche kenne ich auch.«
»Aber Sie verstehen Sie noch nicht recht ... Ihre Stellung als Lehrer haben Sie durch Ihre Raserei selbst zunichte gemacht. Die können Sie nur wieder gewinnen, wenn Sie es ehrlich aussprechen, daß Ihnen das, was geschehen ist, ehrlich leid tut.«
»Das ist aber nicht so leicht ...«
»Nein, für den alten Adam nicht.«
»... Und was der Superintendent dann noch verlangt, geht Sie besonders an. Ich soll Ihre Lina zwingen, den Katechismus zu lernen.«
»Das dulde ich nicht, daß dieses Buch in mein Haus kommt.«
»Wenn ich nun aber Ihre Tochter tagtäglich nachsitzen lasse und auf diese Weise zwinge?«
»Das ist Ihre Sache, die Sie mit Ihrem Gewissen abmachen müssen. Ich könnte es ja nicht hindern. Ich und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. Aber ich sage meinen Kindern auch immer, daß sie in der Welt vieles sehen, hören und lernen müssen, was dem Herrn nicht zur Ehre ist. Das müßten Sie sehen, als sähen sie es nicht, hören, als hörten sie es nicht. Was in den Kopf hineingeht, das verunreinigt den Menschen nicht. Wenn's nur nicht ins Herz eingeht! Und davor bin ich bei meiner Lina nicht bange.«