»Soo? Das meinen Sie ...«

»Sie gehören überhaupt zu den Menschen, die nicht ohne Gott sein können. Sie haben auch schon in Ihren Kinderjahren Stunden gehabt, wo Sie ihm nicht ferne waren.«

»Woher wissen Sie das?«

»Das weiß ich nicht. Das fühle ich. Was ich aber wirklich fühle, das ist mir viel gewisser, als was ich mit dem Kopfe weiß. Sehen Sie, Herr Lehrer, bei welchen Menschen muß ich an das Wort des Apostels Paulus denken: Der Glaube ist nicht jedermanns Ding. Und bei welchen an das Wort des Kirchenvaters Augustin: Du hast uns zu dir geschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es ruhet in dir. Das unruhige Herz haben Sie schon. Schon lange haben Sie das Herz, das da dürstet nach dem lebendigen Gott wie ein dürres Land. Und seine Ruhe wird es noch finden ...«

»Ja, wenn sie's mit Erde zudecken ...«

»Nein ... schon früher ... vielleicht schon gar bald ...«

»... Na ja ... aber ich habe Sie nicht hergebeten, um mit ihnen über theologische Spitzfindigkeiten zu streiten und mir Ihre Ahnungen erzählen zu lassen. Ich wollte Sie in meiner schwierigen Lage um Rat fragen.«

»Darüber sprechen wir ja auch nur.«

»Na ja, aber nun etwas anderes! Ich war heute vor den Superintendenten geladen. Dieser, Ihr besonderer Freund, verlangt von mir, daß ich hingehen und die Eltern der bösen Buben um Verzeihung bitten soll.«

»Da hat der Herr recht. Ich sagte ja auch vorhin schon, Sie müßten sich demütigen, auch vor den Menschen.«