Er hörte das schnelle Knarr-knarr-knarr der Treppe, dann, wie sie oben das Fenster aufstieß und eilig hin und her ging, wie sie sein Bett klopfte. Dazu sang sie trällernd eine muntere Weise.

Was sollte bloß hieraus werden? Das ganze Haus war ja wie verwandelt. Als ob alles auf den Kopf gestellt wäre!

Bald war sie wieder unten. »So!« sagte sie lustig, »nun mach' daß du 'rauf kommst! Ich will jetzt hier zu Mittag decken, daß alles fertig ist, wenn die Großeltern aus der Kirche kommen.«

Peter stieg hinauf. Als er in seine Dachstube kam, sah er sich unwillkürlich nach den Spuren ihrer Tätigkeit um. Es kam ihm vor, als ob sein Bett weicher aufgelockert wäre als sonst. Ein Buch, das aufgeschlagen auf dem Tisch gelegen hatte — er hatte gestern abend noch eben die Nase hineingesteckt — war, schwapp, zugeklappt und in die Reihe der andern gestellt. Der Anzug, den er gestern beim Zubettgehen über den Stuhl geworfen hatte, hing fein säuberlich an seinem Haken. Was sollte das geben, was sollte das geben? —

Es wurde ihm auf seiner Dachstube bald langweilig. Ein Buch vor die Augen zu nehmen, fühlte er keine Lust. Draußen lachte die Aprilsonne. Da beschloß er, einmal durch den Garten zu spazieren.

Kaum war er bei dem dicken Apfelbaum, da hörte er schnelle Tritte hinter sich. Und richtig, da war sie, an die er gerad' eben dachte. »Halt!« rief sie lustig, »bin mit allem fertig, die Kartoffeln stehen auf dem Feuer, darf ich ein büschen mit?«

»Och jaa,« sagte Peter, »wenn du Zeit hast ...«

»Sag' mal,« fragte sie, indem sie nebeneinander den Steig hinuntergingen, »kommt dir das hier in Wehlingen nicht manchmal sehr langweilig vor?«

»Langweilig? Och nee.«

»Hast du denn Freunde?«