Aber solcher Wunsch wurde ihm von keiner gütigen Fee gewährt, und bald staken die Schächte alle in der Erde. Es blieb nur noch übrig, die Verbindungsstangen über die Kreuzungsstellen zu legen und festzubinden. In stillschweigender Uebereinkunft machten sie das so, daß jeder eine um die andere Kreuzungsstelle verband, so daß sie, immer wieder voreinander vorübergehend, die ganze Stangenreihe entlang beieinander blieben. Peter band richtige Knoten, Marie Schleifen, aber fest saßen die Schleifen wie die Knoten.

Nun stand das Stangengerüst, aufrecht, gleichmäßig und fest. Noch einmal prüften sie das Ganze mit derbem Ruck. Das Gebäude gab nicht nach. »Das haben wir gut gemacht,« sagte er stolz und froh, »ja, ja, wir beide zusammen, das gibt was.«

Ein Fink kam angeflogen, setzte sich auf die höchste der Stangen und schmetterte seinen Vers herunter.

»Kuck da, Marie,« rief Peter, »der freut sich auch über unser Werk.«

Marie sagte verwundert: »Mensch, heute sollte man gar nicht denken, daß du ein Schulmeister bist.«

»Ein Schulmeister?« fragte Peter lustig, »das bin ich heute auch nicht. Heute nachmittag bin ich mal ein Mensch. Meinst du denn, daß unsereiner immer ein weises, feierliches Gesicht machen muß?«

»Och nee,« lachte sie, »das habe ich noch niemals gemeint. Aber nun sind wir fertig. Nun kannst du wieder an deine Bücher gehen.«

»An meine Bücher? Och Menschenkind, schnack' doch nicht so'n dummes Zeug! Die Bücher? Die sind ganz gut für den Winter. Aber an solchem Maitag wie heute? Am liebsten möchte ich in einem fort jubeln und singen.«

»Denn sing doch!« sagte sie. »Ich hab' dich noch niemals singen hören.«

»Och nein, zum Singen ist's doch viel zu schön ... Fliegen möchte ich, so hoch wie die Schwalben, und noch viel höher; so hoch wie die Sonne da steht, und noch tausendmal so hoch.«