Zur Teebereitung dienen nur die Blätter. Diese können mit Ausnahme des Winters oder der Trockenzeit fast das ganze Jahr hindurch gepflückt werden. Je jünger und zarter die geernteten Blätter sind, desto besseren Tee liefern sie. Auf einen Hektar Teepflanzung rechnet man durchschnittlich eine Ernte von 3000 kg Teeblättern jährlich, auf den besten Pflanzungen erntet man sogar bis 10000 kg. — Die gepflückten Blätter läßt man zunächst in Schuppen welken; darauf werden sie, früher allgemein mit der Hand, neuerdings auch in Maschinen, gerollt. Von den gerollten Blättern formt man Bälle, die man in Kasten legt und durch die Sonnenhitze gären läßt. Dadurch erhalten sie den bekannten aromatischen Geruch. Nach dem Gären müssen alle Blätter noch einmal gerollt werden, und dann läßt man sie in der Sonne oder auch in Öfen trocknen. Nach dem Trocknen ist der Tee zur Verpackung und zum Versand fertig.
Die größten Teepflanzungen finden sich in Ceylon, China, Japan, Hinter- und Vorderindien und den Sundainseln. Auch in Deutsch-Ostafrika und in Kamerun sind kleine Anbauversuche gemacht worden.
Deutschlands jährlicher Bedarf an Tee beträgt etwa 4000 Tonnen im Werte von fast 8 Millionen Mark.
Tafel 9.
Kolanuß
(Tafel 10).
Die Kolanuß stammt von dem zur Familie der Sterculiaceen gehörenden Kolabaume, dessen Heimat das tropische Westafrika ist. Der Baum wird 10-18 m hoch. Die rispenförmig stehenden Blüten entspringen wie beim Kakao oft unmittelbar aus dem Stamm oder aus älteren Zweigen. Aus den weiblichen Blüten bilden sich die aus 4-6 Kapseln bestehenden Früchte, die um den Fruchtstiel sternförmig angeordnet sind. Jede Kapsel enthält bis zu sechs Samen oder Nüsse. Diese erreichen fast die Größe einer Kastanie; ihre Farbe ist gelbbraun oder rötlich.
Der Kolabaum kommt in Westafrika wild vor, wird aber auch seit langem von den Eingebornen angebaut und hochgeschätzt wegen seiner Früchte, die als bestes Mittel gegen Hunger, Durst und Müdigkeit gekaut werden. Auf ihren langen, oft Monate dauernden Handelsreisen durch unbewohnte Gebiete würden die Eingebornen ohne die Kolanuß, deren Genuß für lange Zeit das Gefühl von Hunger und Durst unterdrückt und vor Ermüdung schützt, nicht auskommen.