Diese ihre erfrischenden Eigenschaften verdankt die Kolanuß vor allem ihrem hohen Gehalt an Coffeïn und Theobromin, der sogar stärker ist als beim Kaffee; aber auch wirkliche Nährstoffe wie Stärke, Zucker, Eiweiß besitzt die Kolanuß in beträchtlichem Maße.
Als Kaffee-Ersatz eignet sich Kola trotz seines hohen Coffeïn-Gehaltes nicht, da beim Rösten die Hälfte des Coffeïn verloren geht. Hauptsächlich findet es Verwendung in der Heilkunde zur Herstellung von Kola-Pillen, Pastillen, Tinkturen, Extrakten, Kola-Wein und Kola-Likören. Als Zusatz zum Kakao wird es in der Schokoladefabrikation benutzt. Auch wird seine Einführung in die Armee versucht als Stärkungsmittel bei anstrengenden Märschen und Gefechten.
Den größten Kolahandel betreibt das Hinterland der Goldküste, vor allem die Landschaft Gondja. Von hier aus geht die Kolanuß in alle Länder des Sudan, kommt jedoch selten oder gar nicht nach Europa. — Durch Negersklaven ist der Kolabaum auch nach Amerika verpflanzt worden. Dort wird er jetzt, besonders auf den Antillen, vielfach und mit gutem Erfolge angebaut. Der Baum liefert vom 8.-10. Jahre an volle Erträge, das ist etwa 4000 Nüsse jährlich; auf dieser Höhe hält er sich bis zum 50. Jahre. Westindische Pflanzer sind der Ansicht, daß, wenn der Preis der Kolanuß nur die Hälfte des Kaffeepreises erreiche, die Kolapflanzung die einträglichere sei.
In Deutsch-Togo und Kamerun wird der Kolabaum von den Eingebornen kultiviert, der größere Teil der Ernte bleibt aber im Lande oder geht über die Binnengrenze. Seit einigen Jahren haben auch Europäer in unsern Kolonien Kola-Pflanzungen angelegt, und es ist wahrscheinlich, daß die Ausfuhr der Kolanuß, die im Jahre 1907 in Kamerun schon einen Wert von 21000 Mk. darstellte, in der Zukunft bedeutend steigen wird.
Tafel 10.
a) Zweig mit Blüten, 1/3 nat. Gr.
b) Zweig mit jungen Früchten, 1/4 nat. Gr.
c) Reife Frucht, 1/4 nat. Gr.
d) Same, 1/3 nat. Gr.