b) Blatt, 1/4 nat. Gr.

c) Blüte, 4/5 nat. Gr.

d) Frucht, geöffnet, um die von seidenglänzenden Fäden, den „Pflanzendaunen”, umgebenen Samen zu zeigen, 1/5 nat. Gr.

e) Einzelne Samen mit und ohne Wolle, 4/5 nat. Gr.

Die Sisalagave

(Tafel 25).

Dies ist eine in Mittelamerika heimische, am meisten auf der Halbinsel Yukatan angebaute Faserpflanze. Den Namen Sisal hat sie von der gleichnamigen Hafenstadt in Yukatan, die früher der Hauptausfuhrort für den Sisalhanf war.

Die Sisalagave sieht den in unsern Gärten gezüchteten Agaven oder Aloen ähnlich. Sie hat einen kurzen, über den Erdboden ragenden Stamm, aus dem die dicken, fleischigen, oft über 1 m langen Blätter entspringen. Aus der Mitte der Blattkrone wächst ein riesiger, holziger Schaft von 3-5 m Länge hervor. An dem Schaft bilden sich die rispenförmig gestellten Blüten. Bald nachdem der Schaft ganz ausgewachsen ist, stirbt die Pflanze ab.

Die Sisalagave kommt am besten fort in tropischem oder subtropischem Gebiet mit nicht zu großer Feuchtigkeit. Selbst in trockenem Sandboden und auf felsigem Gelände gedeiht sie noch. Man kann sie daher auch dort noch mit gutem Erfolg anbauen, wo für andere Kulturpflanzen der Boden zu gering ist. Die Fortpflanzung geschieht entweder durch Wurzelschößlinge oder durch sogenannte Brutknospen. Erstere schießen vom dritten Jahr der Pflanze reichlich als Triebe des Wurzelstocks aus dem Boden hervor und brauchen nur abgegraben und verpflanzt zu werden. Die Brutknospen sind ebenfalls Pflänzlinge, die sich, anfänglich in Form einer Zwiebel, an dem Blütenschaft in großer Zahl, bis zu 3000 an einer Pflanze, bilden, oft schon an ihrem Entstehungsort Wurzel schlagen, später aber abfallen und ihre Wurzeln in die Erde senkend weiterwachsen. Dem Pflanzer bietet sich also Saatgut in Menge dar. Ist die Agave auf ihr Feld gepflanzt, so verlangt sie weiter keine Pflege; nur muß wenigstens anfangs das Unkraut niedergehalten werden.