Die wertvollen Fasern, der Sisalhanf, befinden sich in den Blättern. Ist die Pflanze fünf Jahre alt, so können bis zu ihrem 15.-20. Jahre zwei bis viermal jährlich die „reifen” d. i. die ausgewachsenen Blätter abgeschnitten werden. Mittels einer Maschine trennt man die Fasern von den Fleischteilen des Blattes. Nachdem die Faser dann sorgfältig von allen fremden Bestandteilen gereinigt, getrocknet und gebleicht ist, gelangt sie als Sisalhanf in den Handel. Ihre Verwendung findet sie bei der Herstellung von gröberen Geweben, wie z. B. Segeltuch und namentlich sehr guten Tauen.
Das Haupterzeugungsland für Sisalhanf ist Mexiko und hier vor allem die Halbinsel Yucatan. Es führt jährlich 500000 Ballen im Wert von 10 Millionen Dollar aus.
Seit einigen Jahren wird die Sisalagave auch in den deutschen Kolonien angebaut; die größten, von Europäern geleiteten Sisalpflanzungen gibt es in Ostafrika; sie werden für die wirtschaftliche Entwicklung dieser Kolonie sicher von größter Bedeutung werden, da die Pflanze hier vorzüglich gedeiht und der ostafrikanische Sisalhanf infolge seiner sorgfältigen Aufbereitung auf dem europäischen Markte sehr gute Preise erzielt. Die Pflanzungen haben deshalb in den letzten Jahren stark zugenommen und vermehren sich immer noch. Die größten finden sich in den Bezirken Pangani, Tanga, Lindi und dem Tieflande von Wilhelmstal. In Pangani stehen etwa 3600000 Pflanzen auf den Feldern, in Wilhelmstal ebenso viele. Wie schnell die Ernten gewachsen sind, zeigen folgende Zahlen:
| 1903 | wurden | ausgeführt | 422000 | kg | = | 324000 | Mk. |
| 1906 | „ | „ | 1820000 | „ | = | 1348000 | „ |
| 1907 | hatte die Ausfuhr einen Wert von | 2162000 | „ | ||||
Für die nächsten Jahre darf man eine weitere bedeutende Steigerung der Ausfuhr erwarten.
Tafel 25.
Sansevierahanf
(Tafel 26).