„Warum nicht,“ sagte Eberhard und lachte. „Ich sage: Nuit d’étoiles ist eine hübsche, sogar eine interessante Person. Nun, vielleicht findest du Gregor Pawlowitsch hübsch und interessant... Was könnte ich dagegen einzuwenden haben?“ —

Sie hatte dergleichen leichtfertige Reden noch nie aus seinem Munde vernommen und war davon so betroffen, daß sie ihren Freund am Abende dringend bat, nach dem Theater mit ihr nach Hause zu gehen und nicht nach Strelna hinauszufahren. Aber er lachte ihr ins Gesicht:

„Warum denn gerade heute, mein Kind? Wenn wir zurückkehren, haben wir noch genug Zeit, einander in den Armen zu liegen... Gerade heute, Therese, müssen wir unbedingt hinausfahren. Die Schlitten stehen schon vor dem Hause. Iwan Lejkin, der Generaldirektor der Kurskschen Elektrizitätswerke, gibt sein Abschiedssouper... Du sollst in Leikins Troika fahren, du —! Der gute Iwan Iwanowitsch scheint ein Auge auf dich geworfen zu haben... Sei freundlich mit ihm, Therese! Ich hoffe, ein sehr gutes Geschäft mit Iwan Lejkin abschließen zu können... heute abend...“

Therese fragte nicht nach dem Geschäft. Zorn und Trotz übermannten sie. Um irgendwelcher Geschäfte willen sollte sie einem fremden Finanzmanne freundlich entgegenkommen!

„Tue, was du willst,“ sagte sie kühl. „Ich — ich werde nur mitfahren, wenn Chrysée mitfährt..!“

Chrysée war in ihrer Garderobe. Sie hatte schon das dunkelblaue Sternengewand an. Ihre Augen waren verweint, und sie deckte die Tränenspuren immer wieder mit Puder und Schminke zu. Therese trat hastig ein und sagte:

„Ach, ich wollte Sie nur etwas fragen.. Aber Sie weinen, Chrysée! O, warum weinen Sie, Chrysée?“

„Sie würden es nicht begreifen, Liebe! Es ist auch nur eine große Torheit... Was wollen Sie fragen?“

„Nun habe ich eigentlich gar keine Lust mehr zu fragen... Würden Sie heut’ abend mit uns nach Strelna fahren? Wir feiern Iwan Lejkins Abschied... Er reist morgen nach Italien...“