„Fichtre....! — — du willst seriös ringen!“

„Ja!“ sagte Freidank achselzuckend.

„Sacré nom de Dieu! — — Roland, bist du wahnsinnig geworden!“

„Entschuldige.....“ sprach Roland gelassen, „ist es mein Recht, seriös zu ringen, oder nicht? Willst du, daß ich das Schiedsgericht anrufe, ob ich Falle machen muß oder nicht? Da draußen sitzen sechs, acht Sportjournalisten im Schiedsgericht...... Ich bin Sportsmann, cher ami! Ich ringe im Ernst — wenn du erlaubst! — Bei uns in Deutschland wird ernsthaft gerungen! Bei uns ist, was du noch nicht zu wissen scheinst, der Sieger wirklich — der Stärkste!“

Er kreuzte die Arme, stand breitbeinig da und sah dem Franzosen in das tiefgerötete Gesicht, welches von Wut und Haß verzerrt war.

„C’est raide!“ sagte der Franzose und atmete tief auf. „Und du weißt, Carogne! daß ich die ganze Nacht und den ganzen Tag gelumpt habe... Wenn ich es wenigstens vorher gewußt hätte! — Ah, du Judas, das ist ein verfluchtes Stück! — Tu es infâme, toi.....! Infâme! Infâme! — Mais je m’en fiche pas mal! — Also gut, ringen wir seriös!“

Roland trat neben die Kulisse. Der Kampf zwischen dem Kosaken Syrin und Pierre Forgeron ging zu Ende. Man hörte in der aufgeregten Stille das derbe Klatschen der Griffe und das schwere Schnaufen des Russen. Aber Roland dachte mit seinem frohen Lächeln allein an sein schönes Mädchen, der zu Ehren er den langen, dicken Franzosen trotz aller Abrede, wie ein Ritter im Turnier, niederschmettern wollte, wenn das Schicksal ihm nur ein wenig günstig war, und in seiner Seele sang und klang es:

„Pour te plaire, la mort ne me serait qu’un jeu....! Je deviendrais infâme.......! Pour te plaire, Therese, meine Therese!“