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Während auf der Bühne Pierre le Forgeron, die „rote Nelke,“ mit dem Kosaken Syrin rang, trat Freidank zu Claude le Titan und sprach gelassen:
„Dites-donc, Claude! — bist du in Form?“
„Qu’importe?“ erwiderte der Champion nachlässig. Aber etwas im Tone seines deutschen Gegners, was wie verhaltenes Ungewitter klang, ließ ihn aufblicken, und er fügte hinzu:
„Ich bin immer in Form!“
„Dein Glück!“ sagte Eberhard mit ungewöhnlicher Ruhe. „Denn sonst könnte heute abend vielleicht etwas passieren, was viele Leute nicht voraussehen. Enfin — es wäre kein übergroßes Unglück! Unter Kollegen gibt es bekanntlich nur ehrliche Rivalität. — Wir haben ungefähr gleiches Hüftmaß. Die Ceinture d’or würde mir so gut passen, wie dir...“
Der dumme, ungebildete Mensch wußte noch nicht ganz genau, wo Freidank hinaus wollte; aber er hörte den Hohn aus seiner Stimme und begann sich plötzlich so unbehaglich zu fühlen, wie nie zuvor in seinem Leben:
„Du sagst doch nicht......?“ fragte er dumpf.
„Ich sage!“ antwortete Freidank scharf.
Die blanken Blicke der beiden Ringkämpfer kreuzten sich, wie Klingen. Claude le Titan duckte sich wie ein Tiger, als ob er Roland an den Hals springen wollte, richtete sich aber wieder auf: