In weitem Bogen flog Claude le Titan nach rückwärts über Rolands Schulter hinweg und lag gerade, wie ein gefällter Baum, auf beiden Schultern platt am Boden! — — — Ceinture en souplesse.....

„Vainqueur Roland, Allemand, — — une heure dix minutes! ....“

Und die Musikanten bliesen Tusch, Lorbeerkränze häuften sich ringsum, — dann wurde Roland der goldene Gürtel von Frankreich um die Hüften gelegt. In einem Blumenregen stand er, mit der berühmten Ceinture d’or de France und mit der Meisterschaft der Welt geschmückt, aber in all seiner Siegerherrlichkeit sah er nichts, als das Mädchen im hyazinthenblauen Kleide mit dem Strauß von weißen Camelien vor der Brust......

Dann wartete sie auf ihn, und er kleidete sich mit fiebernden Händen an und eilte hinaus. Sie hätten einander in die Arme fliegen mögen, um sich festzuhalten für Zeit und Ewigkeit, sie hätten vor Liebe und Freude sterben mögen, aber sie hielten ihre Gefühle stolz zurück, reichten einander nur die Hände und flüsterten mit bebenden Lippen:

„Grüß’ dich Gott, Eberhard — Therese, grüß’ dich Gott!“

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Und als nach vielen Stunden der ganze Siegestrubel verrauscht, das Festmahl zu Ende war und die glänzenden Augen der Festteilnehmer matt geworden waren, waren allein zwei Augenpaare noch kerzenhell, und der neue „Champion du Monde“ flüsterte in Liebe und Seligkeit:

„Therese, hast du mir vergeben?“

„Ach, wirst du mir je verzeihen können, du Lieber?“