„Therese, wir sprechen heute davon und dann niemals mehr! Alles muß klar sein zwischen uns. Dann aber soll die Vergangenheit schlafen. Und wir wollen eine fröhliche Zukunft an uns reißen!“
„Sage, mein Freund, wie siehst du die Zukunft?“
„Sage zuerst, Therese, wie du sie siehst!“
„Du bleibst, was du heute geworden bist!“ sprach Therese mit freudigem, tiefem Erröten. „Obwohl.... Eberhard, ich habe in Berlin dein zweites Stück aufführen sehen....“
„Therese, was denkst du über das Stück?“
Sie zögerte einen Augenblick, denn sie wollte ihm nicht weh tun, erwiderte dann aber tapfer:
„Ich mag’s nicht leiden! Obwohl die Leute klatschten ... Du hättest sie applaudieren hören müssen! — — Aber was war das für ein Gefühl, dieselben Menschen jubeln zu hören, die damals gepfiffen haben! Sie sind so gemein... so launenhaft... so gedankenlos.....“
„Gedanken!“ sprach der Ringkämpfer mit leuchtender Stirn, „Gedanken! — Sie sind ein Wahn, sie sind eine Qual! — Ein Ruck tut mir die Dienste des sorglichsten Denkens, ein Recken der Glieder schüttelt die Qual der Gedanken ab! — Ich habe den Gedanken Valet gesagt, Therese! Mein Training ist meine Denkkunst, mein Ringkampf ist meine Philosophie. Im Reiche der Kraft bin ich vorläufig der Herr! —“
„Ich habe auch gelitten unter schlimmen Gedanken,“ sagte sie leise. „Meine Sinne haben genossen, mein Geist hat geschwelgt, aber mein Herz blieb leer. Was hat er....“ sie sprach den Namen nicht aus, „was hat er nicht alles getan, um mich zu erfreuen! Bücher und Kunstwerke hat er gebracht, eine ganze Bibliothek... Und er war so zart, Eberhard, so zart — — —! Seitdem wir aus Italien zurück waren, besaß er nur noch das Bewußtsein meiner Treue... sonst nichts..... nichts... Und doch kam der Tag, an dem die Sehnsucht mir bis an den Hals stieg und ich darin untergegangen wäre, wenn ich nicht fortgereist wäre... zu dir... ob du mich wieder haben willst.....“