Metternich.

Seiner Exzellenz dem Reichskanzler
Herrn von Bethmann Hollweg.

Anlage 1.

Kaiserlich
Deutsches Konsulat.

Aleppo, den 12. April 1916.

Sehr geehrter Herr Dr. Vischer!

Ihren durch die Kaiserliche Gesandtschaft in Bern eingegangenen Brief vom 7. März habe ich zusammen mit dem weiteren Brief vom 18. März vorgestern erhalten und seine Anlagen an Schwester Beatrice Rohner gegeben, die auch die Beantwortung des Fragebogens übernommen hat. Haben Sie vielen Dank für alle Ihre Bemühungen sowie für die Übersendung zuerst von 10000 Frs., dann von 5000 Frs., welch letzterer Betrag mir dieser Tage ausgezahlt worden ist.

Das erschütternde Bild, das Schwester Beatrice Rohner von dem Unglück entworfen hat, wird Ihre Schweizer Freunde hoffentlich nicht entmutigen, ebensowenig wie der Umstand, daß eine feste Form der Notstandsarbeit nicht in Aussicht steht. Es gilt, wie sie gesagt hat, so viel als möglich vor dem Hungertode zu retten. Bei einer Organisation der Arbeit, wie Ein richtung von Suppenküchen, regelrechten Waisenhäusern, Krankenhäusern usw. würde mit demselben Geld voraussichtlich mehr zu erreichen sein. Die Spender müssen aber die Entsagung üben, die Verhältnisse zu nehmen, wie sie sind, und müssen die der Hilfe entgegenstehenden Schwierigkeiten in den Kauf nehmen. Auch die Amerikaner überlassen alles dem Ermessen der Schwestern Rohner und Schäfer.

Einen Teil des Schweizer Geldes habe ich der Schwester Paula Schäfer überlassen und füge zur Begründung eine Schilderung von ihr vom 1. März in der Anlage bei.

Rößler.