Herrn Dr. Andreas Vischer, Hochwohlgeboren,
Basel.
Anlage 2.
Maraschhospital, z. Z. Aleppo.
Aleppo, den 1. März 1916.
Das Krankenhaus Salem in Marasch hat schon seit Beginn der Armenierausweisungen und damit in Hospital und Klinik eine außerordentliche Tätigkeit gehabt — und mehr als fast möglich — geleistet an Verpflegung von Vertriebenen, wie Medikamentenausgabe an eben solche in der Klinik.
Bei den außergewöhnlichen Umständen mußte das Krankenhaus, da es der Not wegen das ganze Jahr hindurch offen bleiben mußte (da wir sonst doch für 1–2 Monate schließen), mit all seinen Nahrungsmitteln, wie Medikamenten und Verbandstoffen, ziemlich abwirtschaften, da das monatliche Fixum nicht erhöht werden konnte.
Darum bitte ich, mir einen Zuschuß für diese Notstandsarbeit des Marascher Hospitals freundlich zukommen zu lassen.
Die Not in Marasch wie Umgegend ist unbeschreiblich, besonders in der Basardjikebene, wo Verschickte aus Erzerum angesiedelt wurden, die aber Hungers sterben, wenn wir ihnen nicht auf irgend eine Weise helfen würden.
Es handelt sich darum, für diese Vertriebenen Weizen in großen Mengen anzukaufen.
Schwester Paula Schäfer.