1. Welche Zahl von deportierten Armeniern befindet sich ungefähr in Ihrem Wirkungskreise...?: Im Wilajet Damaskus gegen 2000 Familien zu je 5 Köpfen.

2. Können Sie uns Mitteilungen über ihren Zustand und ihre Bedürfnisse machen?: Höchstens 10 vom Hundert können sich durch eigene Geldmittel erhalten. Den übrigen fehlt alles zum Lebensunterhalt. Sie werden auch größtenteils bisher zu keiner Beschäftigung zugelassen.

3. Können Sie den Deportierten Unterstützungen zukommen lassen? In welcher Weise? Mit wessen Hilfe?: Die eingegangenen Unterstützungen habe ich bisher durch den armenischen Prediger V. B. Tahmissian den hilfsbedürftigen Armeniern zukommen lassen. Diesem stehen vier Vertrauensleute in der Stadt Damaskus und weitere Hilfskräfte im Wilajet Damaskus zur Verfügung.

4. In welchem Umfang wären Mittel erforderlich?: Für den Lebensunterhalt ist vorläufig wenigstens 1 Frs. täglich zu rechnen. 10000 Armenier im ganzen, davon 1000 Armenier nicht unterstützungsbedürftig, bleiben 9000 Armenier, die hilfsbedürftig sind. Täglich würden 9000 Frs. erforderlich sein.

5. Haben Sie zu diesem Hilfswerk Hilfskräfte nötig?: Weitere Hilfskräfte sollen nach Ansicht des Predigers Tahmissian nicht unbedingt erforderlich sein. Die Hilfskräfte arbeiten alle im geheimen, da die türkische Regierung eine offene Hilfsarbeit verbietet.

Anlage 4.

Deutsches Konsulat.

Mossul, den 4. Mai 1916.

Beantwortung.

Zu 1. Die Zahl der nach dem Wilajet Mossul deportierten Armenier wechselt dauernd infolge starker Mortalität, sowie infolge dauernden Weiterschubs und neuen Zuzugs. Zurzeit befinden sich im Wilajet Mossul ungefähr 4–5000 deportierte Armenier aus Erzerum, Bitlis, Ras ul Ain, Der-es-Zor, hauptsächlich Frauen und Kinder. Auf diesem Bestand dürfte auch künftig auf längere Zeit hinaus die Zahl der ins hiesige Wilajet deportierten Armenier bleiben.