Bock, Boris v. Architekt. Geb. 28. März 1857 auf dem Gute Ninigal bei Fellin, absolvierte 1882 das Studium der Architektur am Rigaschen Polytechnikum. Nach mehrjähriger Tätigkeit beim Bau der Pleskau-Rigaer und der Dünaburg-Witebsker Bahn liess er sich 1895 in Pernau als freipraktizierender Architekt nieder, übernahm aber 1898 das Amt eines Baurevidenten in Riga und seit 1900 das des jüngeren Stadtarchitekten daselbst.
Bockslaff, Karl Ludwig Nikolai. Geb. 9. Mai 1823 in Mitau; gest. 18. Febr. 1888 in Riga, widmete sich dem Kaufmannsstande, verfolgte aber daneben auch künstlerische Interessen. In der Mitte der siebenziger Jahre veranlasste er die ersten Restaurierungsversuche am Kreuzgange des Domklosters zu Riga. Seit 1870 legte er eine Sammlung malerischer Aufnahmen aus den baltischen Provinzen und Finnland an, die in 6 Foliobänden im Bes. der Familie erhalten ist.
Bockslaff, Wilhelm Ludwig Nikolai. Architekt. Geb. 12. Oktober 1858 in Riga. Sohn desVorigen. Absolvierte das Studium der Architektur am Rigaschen Polytechnikum. Beteiligte sich als Gehilfe des ProfessorsJ. Koch (s. d.) beim Bau der livländ. adel. Güterkreditsozietät und der Lutherkirche in Riga. Erbaute u. a. die Seitenkapelle der kathol. Kirche in der Schlosstrasse zu Riga, das Herrenhaus auf dem Gute Neu-Mocken in Kurland, die Häuser Siesenberg (Kalkstrasse) und Hansen (Alexanderstr.), das Haus des englischen Klubs, an der Schlosstrasse, den Erweiterungsbau der grossen Gilde, die Kommerzschule auf der Esplanade in Riga und leitete die Wiederherstellungsarbeiten an der St. Johanniskirche zu Dorpat und der St. Jakobikirche in Riga.
Bodecker, Berendt. Bildhauer. Lebte um die Wende des 17. Jahrhunderts in Riga. Im Jahre 1604 schuf er im Auftrage der St. Johannisgilde eine grosse in der Domkirche sich befindende Gedenktafel in Form eines reich geschmückten Epitaphs.
Aeltermannsbuch der St. Johannisgilde in Riga (nach C. Mettig).
Bodenehr, Gabriel. Maler und Kupferstecher. Geb. 1664, gest. 1758 in Augsburg. Von ihm eine Ansicht von Riga mit den Vorstädten und den projektierten Wällen um 1700, aus: Die Mächte Europas oder die merkwürdigsten Städte, Festungen, Häfen etc. Nº 142 aus einer Folge von 200 Blättern 8 o. Im Jahre 1726 sollte er im Auftrage des Rigaschen Rats ein Porträt des Kaisers Peter I. malen, doch wurde der Auftrag später dem MalerJohann Jul. Müller (s. d.) zuteil. Dass er sich in Livland aufgehalten hätte, ist nicht wahrscheinlich.
Bodenstädt, Johann Dietrich. Porträtmaler im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts in Mitau. Er wird als „Conterfeyer“ aus Hannover bezeichnet und war aus Finnland nach Mitau gekommen, wo er sich verheiratete und am 4. Oktober 1714 seinen Sohn Georg Gottfried taufen liess.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau. (J. Döring).
Boltho v. Hohenbach, Alma Willy. (s.Klot.)
Borchert, Bernhard Christian. Maler und Illustrator. Geb. 1. Dezember 1863 in Riga, trat 1883 in die Akademie zu Petersburg, erhielt hier 1885 für ein Bild Judith mit dem Haupte des Holofernes die silb. Medaille und 1886 für sein Bild aus dem Leben des Wladimir Monomach eine Geldprämie. Um dieselbe Zeit wurde er Mitarbeiter an verschiedenen in deutscher und in russischer Sprache erscheinenden illustrierten Journalen: Задушевное слово, Всемірная иллюстрація, Gnom und Pipifax. 1892/93 war er für einen Privatmann in Magdeburg beschäftigt, ging von dort auf kurze Zeit nach München und unternahm dann eine grössere Studienreise in den Kaukasus. B., der seine Sujets mit Vorliebe der Märchenwelt und dem Frauenkreise entnimmt, hat sich namentlich durch seine meisterhafte Beherrschung der Pastelltechnik einen weiten Ruf erworben. In den letzten Jahren als Lehrer an der Rigaschen Kunstschule tätig und wiederholt auf Studienreisen in Frankreich. Von seinen zahlreichen Werken nennen wir: Griechischer Flötenbläser. — Wandernde Tataren. — Persischer Teppichhändler (in Rigaschem Privatbes.). — Froschkönig. — Morgentau. — Moornixe. — Abendsonne. — Deutsche Ordensritter durch einen Wald reitend. — Panischer Schrecken. — Betendes Mädchen. — Wunderblume. — Im Paradiese. — Der Kuss. — Für die baltische Jugendschrift lieferte B. in den Jahren 1897–1900 den grössten Teil der Illustrationen.