Borchert, Eva, s.Schweinfurth, Eva Margarethe.
Borsow, Alexander Nikolaus v. Landschaftsmaler. Geb. 1854 zu Marzen in Livland, gest. 30. Januar 1895 in Riga. Erhielt den ersten Kunstunterricht in Riga und bezog 1879 die Düsseldorfer Akademie. Er errichtete sich in Düsseldorf ein Atelier, kehrte aber 1893 nach Riga zurück, wo er sein Leben in kümmerlichen Verhältnissen beschloss. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: Am Stintsee. — Tannenwald an der Ostsee. — Nach Sonnenuntergang. — Blick auf die Ostsee. — Abend an der Düna bei Stockmannshof. (Bes. Städt. Museum in Riga).
Rigasche Ztg. 1881 Nº 25; 1882 Nº 238, Nº 243, Nº 248; 1884 Nº 12 u. Nº 136. Dünaztg. 1892 Nº 121; 1893 Nº 230.
Bosse, Anton Georg. Geschickter Kunstdilettant. Geb. 7. März 1792 in Livland; gest. 29. April 1860. Studierte von 1812–1814 Theologie in Dorpat und übte sich unterK. A. Senff gleichzeitig im Zeichnen und Malen, wurde 1815 zum Prediger in Dickeln (Livl.) ordiniert und 1819 nach Wohlfahrt (Propstei Walk) versetzt. 1856 emeritiert. Seine bedeutendste Arbeit ist das Altargemälde mit der Auferstehung Christi in der 1821 geweihten Kirche zu Wohlfahrt; ausserdem hat er mit vielem Geschick viele seiner Gemeindeglieder porträtiert, deren Bildnisse im Wohlfahrtschen Kirchenarchiv aufbewahrt werden.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 426.
Bosse, Eduard Georg. Maler. Geb. 25. Jan. 1810 in Riga als ältester Sohn des MalersErnst Gotth. B.; gest. 3. April (22. März) 1859 in Florenz. Erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und besuchte seit 5. X. 1825 die Dresdner Akad., die er jedoch schon Michaelis 1827 wieder verliess, um sich einem anderen Studium zuzuwenden. 1830–1833 widmete er sich in Dorpat dem Studium der Nationalökonomie, wandte sich dann aber wieder der Malerei zu. Er besuchte England und Schottland, lebte dann in London als viel beschäftigter Maler und siedelte 1858 nach einem kurzen Aufenthalt in Paris nach Florenz über.
Bosse, Ernst Gotthilf. Porträt- und Historienmaler. Geb. 4. Aug. 1785 in Riga; gest. 15. (27.) Nov. 1862 in Florenz. Er war von seinem Vater, dem städtischen Wagemeister, zum Kaufmannsstande bestimmt worden und hatte bereits eine Handlung begründet, als er sich entschloss sich der Kunst zuzuwenden. Er wurde zunächst Schüler vonK. A. Senff in Dorpat, zog dann nach Petersburg, ging aber schon nach kurzer Zeit (1814) nach Dresden, wo er Schüler von Grassi wurde, begleitete auch diesen, der zum Studiendirektor der sächsischen Pensionäre in Rom ernannt worden war, dorthin. Als anerkannter Künstler kehrte er 1820 zu kurzem Aufenthalt nach Riga zurück, begab sich dann nach Petersburg, wo ihm der Auftrag wurde, Kopien nach den berühmtesten italienischen Meistern für die kaiserlichen Sammlungen anzufertigen. Zur Ausführung dieses Auftrages reiste er 1822 nach Dresden und später nach Florenz. Die von ihm 1832 nach Petersburg geschickten (fünf) Kopien wurden von den Professoren der dortigen Kunstakademie einer vernichtenden Kritik unterzogen und der Auftrag für weitere Arbeiten scheint infolgedessen zurückgezogen worden zu sein. Selbständiges hat B. wenig geschaffen, sich vielmehr auf die Wiedergabe von Werken der italienischen Renaissancemeister beschränkt, die er meistens en miniature kopierte. Seine Porträts erfreuten sich des Beifalls seiner Zeitgenossen. Er wurde Ehrenmitglied der Akad. zu St. Lukas in Rom, Professor und Mitglied der Akademie zu Florenz und Ehrenmitglied der Akademie zu Parma. Von ihm: Der Entwurf zu der 1810 geprägten Jubiläumsmedaille zur Erinnerung an die hundertjährige Vereinigung der balt. Provinzen mit Russland. — Madonna nach C. Maratta, 1817 in Dresden gem. (Bes. Familie Hollander, Riga). — Die Transfiguration nach Raffael, 1819 in Rom gem. auf Bestellung der Administration der Rigaer Domkirche. Nach der Restaurierung des Chors seit 1898 in der Südkapelle am Turm aufgestellt. — Portr. der Fürstin Pauline Borghese, 1819 in Rom gem. — Der Violinspieler nach Sebast. del Piombo. — Modesta und Vanitas. — Sybilla und heil. Cäcilie nach Dominichino. — Danaë nach Tizian. — Madonna nach Raffael. (Miniaturen in Rom gem.) — Fornarina nach Sebast. del Piombo. — Madonna nach Raffael. — Portr. Raffaels. (Miniaturen in Florenz gem.) — Heilige Familie nach Raffael. — Heilige Familie nach Tizian. (Miniaturen in Neapel gem.) — Weibliches Bildnis, Kniest. (Bes. Fam. Pychlau, Riga.) — Portr. der Frau Anna Gert. Wöhrmann, geb. Ebel. Stifterin des Wöhrmannschen Parks in Riga. (Bes. städt. Mus. Riga). — Portr. des MineralogenE. M. Ulprecht. — Portr. des Daniel Kleeberg. (Aus der Stadtbibliothek in d. Bes. des städt. Mus. Riga.) — Selbstporträt. (Bes. Frau v. Hörschelmann, Riga. Abb. in balt. Maler und Bildhauer). — Portr. des Kaufmanns Krüger. (Bes. K. V. Riga). — Portr. des Ältermannes der Schwarzhäuptergesellschaft Renny. Kniest. (Bes. Ges. der Schwarzh. Riga). — Portr. der Kaiserin Elisabeth, gem. 1822. — Portr. der Gemahlin des Künstlers Wilhelmine, geb. Dänemark, gem. 1824. — Portr. des Kaisers Nikolaus I. — Karikaturen auf Napoleon und den Rückzug seiner Armee aus Russland. 145 Blätter in verschiedenen Formaten, zum Teil von Bosse, zum Teil von ihm in Gemeinschaft mit Michael Terebenjew ausgeführt. (Sammlung der Gesellschaft f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga) —
W. Neumann. Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 30–32.
Bosse, Harald Julius. Architekt. Geb. 17. Sept. 1812 in Petersburg; gest. 10. März (26. Febr.) 1894 in Dresden, zweiter Sohn des MalersErnst Gotth. B. Bildete sich auf der Dresdner Bauschule, dann unter Fr. Moller in Darmstadt und war 1829–1832 beim Bau des Theaters in Mainz beschäftigt. 1833 zog er nach Petersburg und erwarb sich auf Grund seines Attestats von Moller und des von ihm eingereichten Projekts einer Villa den Rang eines freien Künstlers der Architektur. 1854 Prof. der Akad. Mitgl. der acad. des beaux arts in Paris und Petersb. Zu seinen bedeutendsten Bauten gehören: Die Börse in Riga. (Grundstein 3. VI. 1852, voll. 1856). — Die deutsche reformierte Kirche in Petersb.; abgebrannt 1873. Nach dem Brande von Prof. D. Grimm neu erbaut. — Das Landhaus d. Grafen Schuwalow bei Petersb. — Die Villa des Grossfürsten Michael bei Petersb. — Haus Buturlin in Petersb. — Die Grabkapelle des Grafen Kotschubey und dessen Wohnhaus in Petersb. — Die Villa der Grossfürstin Nikolai in Snamenskaja bei Petersb. — Die griechisch-orthodoxe Kirche in Dresden. 1872.
Rigasche Stadtbl. 1833 S. 193. Rigaer Almanach 1861. Rigasche Ztg. 1874 Nº 126, 1884 Nº 242. Inland 1851 S. 951, 1854 S. 865, 1859 S. 933. — Зодчій (Der Baumeister) 1894. S. 91 ff. mit Portr.