Gottfriedt, Johann Daniel. Baumeister. Geb. 1768 zu Dömitz in Mecklenburg-Schwerin; gest. 14. Juli 1831 in Riga an der Cholera, kam 1789 nach Riga und arbeitete anfangs unter der Leitung des Stadtbaumeisters Christoph Haberlandt. 1812 war er beim Wiederaufbau der Rigaschen Vorstädte beschäftigt und errichtete in der Folge mehrere grosse Gebäude im Innern der Stadt. Unter diesen sind ausser verschiedenen Wohngebäuden zu nennen: Der Ausbau des Flügels am Rigaschen Schlosse mit den Kaiserl. Zimmern. — Die Einrichtung des Observatoriums daselbst. — Die Gebäude im Kaiserlichen Garten. — Das grosse Packhaus am Jakobsplatz, die Ressource in Riga und die Fleischscharren in der Scharrenstrasse; auch die zu Ehren des Kaisers Alexander I. 1815 von der Stadt errichtete Triumphpforte ist sein Werk.

Rigasche Stadtbl. 1815 S. 238; 1823 S. 185; 1831 S. 348.

Gottlob, Ernst. Porträt- und Landschaftsmaler. Geb. 1744 in Glogau; 1789 in Leipzig noch am Leben, war Schüler von Oeser und machte sich durch seine Bildnisse einen geachteten Namen. Er hat mehrere Jahre in Kurland verbracht. Von ihm: Das Porträt des Mitauschen Professors Johann Benjamin Koppe (Bes. Mus. Mitau. Sein Porträt ausserdem vor Bergers Magazin für Prediger V. St. 5; auch mehrmals besonders gest.). — Das Porträt des Rektors der Rigaschen Domschule Dr. Gottlieb Schlegel, gem. 1772 (Bes. Dom-Mus., Riga). — Eine Landschaft mit Brücke, Aquar., bez. E. Gottlob, Leipzig 1786 (in dem Album des Joh. Jak. Voss im städt. Mus. zu Riga).

Grabbe, Arthur v. Architekt. Geb. 1839 in Kurland gest. 22. Mai 1871 in Petersburg, besuchte die Akad. der Künste und wurde 12. 1. 1862 für den Entwurf zu einem Lustschloss zum freien Künstler ernannt. In Riga baute er das Haus der Kinderbewahranstalt (voll. 1868).

Rigasche Ztg. 1871 Nº 118.

Graefenstein, G... Stempelschneider und Medailleur in Mitau 1762–1764. Das Mitauer Museum besitzt von ihm 11 Stempel.

Nagler, Monogrammisten II S. 947 (J. Döring).

Gräff, Anton (?) Stuckateur. Stammte aus Deutschland und war seit 1763 unter der Oberleitung des ArchitektenRastrelli mit der Ausführung der Stuckverzierungen in den herzoglich kurländischen Schlössern zu Ruhenthal und Mitau beschäftigt.

v. d. Recke, Gesch. d. Schlosses zu Mitau in Mon. Livon antiq. — Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1877 S. 40, 43. — L. Arbusow, Auszüge aus den Bauskeschen Kirchenbüchern, ebenda, 1888 S. 28.

Grass, Karl Gotthard. Landschaftsmaler. Geb. 8. Oktober 1767 im Pastorat Serben in Livland; gest. 22. Juli (3. Aug.) 1814 in Rom, studierte, nach Absolvierung des Rigaschen Lyzeums (1786) Theologie und versuchte schon während seiner Studienzeit seine künstlerische Veranlagung durch Zeichnen nach der Natur auszubilden. Seine dichterische Begabung brachte ihn in Verkehr mit Schiller, mit dem er bis zu dessen Tode einen Briefwechsel unterhielt. Nach einer durch Deutschland und die Schweiz unternommenen Reise kehrte er 1790 nach Riga zurück, setzte hier seine künstlerischen Studien fort und erteilte auch Unterricht im Zeichnen. 1796 wurde er zum Prediger in Sunzel ordiniert, doch veranlasste ihn die unerwidert gebliebene Neigung zu einer jungen Dame einen Urlaub nachzusuchen und ins Ausland zu gehen. Er ging nach Zürich und entschloss sich hier nach schweren inneren Kämpfen zur Aufgabe des Predigeramts. Im Hause des Dichters J. G. v. Salis lebend, widmete er sich wieder der Dichtkunst und seiner Lieblingsmuse, der Malerei, auch unterhielt er einen lebhaften Briefwechsel mit Schiller, dem Maler und Altertumsforscher Heinr. Meyer und mit Konrad Gessner. 1801 begab er sich nach Paris, um sich in der Kunst ernstlich auszubilden, doch vertrieben ihn von dort die unerquicklichen politischen Zustände. Er kehrte nach Zürich zurück, lebte dort bis 1803 und ging dann nach Italien. Mit dem Schriftsteller Ph. Jos. Rehfues und den Architekten C. Fr. Schinkel und Steinmeier aus Berlin unternahm er eine Reise durch Sizilien, die er später sehr anziehend beschrieben und illustriert hat. Im Herbst 1805 liess er sich in Rom nieder. Seine literarischen Arbeiten sind verzeichnet im allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon III. S. 89 ff. — Von seinen künstlerischen Arbeiten führen wir an: Zeichnungen vom Rheinfall. In Kupfer gest. von J. H. Meyer zu seinem Werk: Fragmente von Wanderungen in der Schweiz. Zürich, 1797. — Küstenlandschaft von Taormina. — Wasserfall von Carracci am Aetna. — Konkordientempel bei Girgenti. — Das Tal St. Angelo di Brolo im Frühling (Ausgest. 1809 in Rom auf dem Kapitol; dort erworben von dem Rigaschen Handelsherrn G. W. v. Schröder, der sie dem Himselschen Mus. vermachte; jetzt im städt. Mus. zu Riga). — Italienische Landschaft (Bes. Staatsrat v. Grass, Riga). — Aus der Villa des Mäcenas in Rom. Sepiastudie (Bes. städt. Mus. zu Riga). — Zwei Ansichten vom Aetna, 1811 in Rom gem. für Joh. Friedr. Cotta in Tübingen. — Das Theater von Taormina, gem. für den Schriftsteller v. Rehfues. — Schweizer-Landschaft (Bes. A. Koch, Dorpat). — Selbstporträt. Pastell (Bes. städt. Mus. zu Riga). — Zeichnungen zu dem von ihm herausgeg. Werke: Sizilianische Reise oder Auszüge aus dem Tagebuche eines Landschaftsmalers, in Kupfer gest. von Chr. Fr. Duttenhofer. Stuttgart und Tübingen, 1815. — Zwei kleine Landschaften kamen in den Bes. des Kollegienrats v. Blanckenhagen auf Lemburg in Livl. — Zwölf Aquar. nach Ludw. Hess im Bes. der Familie v. Stackelberg, Livland. — Eine Gouachelandschaft: Der Lungersee nach L. Hess im Bes. des Landrats v. Richter auf Waimel, Livl. — Sizilianische Landschaft, 1810 im Bes. eines Hn. Auer in Ulm. Die Farbenskizze dazu im Bes. des Hn. v. Blanckenhagen auf Drobbusch in Livland.