Gruenewaldt, Nikolai Gerhard v. Landschaftsmaler. Geb. 7. Mai 1853 auf Ramelshof in Livland, absolvierte in Riga das Studium der Ingenieurwissenschaften, wandte sich aber 1884 der Landschaftsmalerei unter Prof. Alb. Kappis an der Stuttgarter Kunstschule zu. 1896 stellt er in Riga aus. Mühle bei Beigersheim — Vorfrühling am Neckar.
Das geistige Deutschland I, S. 250 — Rigasche Zeitung 1881 Nº 277. — Dünazeitung 1895 Nº 240 u. 252.
Grünfeldt, Alexander Heinrich Johann. Maler aus Livland, gehörte in den fünfziger Jahren zu den Hospitanten der Petersburger Akademie und wurde 21. Juni 1852 für ein Porträt eines alten Mannes zum freien Künstler befördert.
Grummel, (Krummel), Johann. Bildhauer. Lebte um die Mitte des 17. Jahrhunderts als „Fürstlicher Bildhauer“ in Mitau; dort urkundlich nachweisbar vom 6. Mai 1662 bis 11. Mai 1677, in welchem Jahre er sich zum zweiten Male verheiratete.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).
Grun, (Gruhn), Sebastian. Maler. Geb. um 1690; gest. 26. Januar 1772 in Mitau. Wird als Porträtmaler (Contrafeyer) aufgeführt.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).
Grune, Johann Samuel Benediktus. Maler. Geb. um 1782 in Eisleben; gest. 3. Dezember 1848 in Blieden in Kurland, empfing seine künstlerische Ausbildung in Berlin, bereiste dann Deutschland und Oberitalien und kam 1800 nach Kurland. 1808 lebte er in Zierau, später im Hause des Fürsten Lieven in Blieden, mit dessen Familie er sich für einige Jahre nach Petersburg begab. Von 1824 bis 1834 hielt er sich in Senten auf, später in Grenzhof und Blieden. Sein Nachlass kam zum grössten Teil in den Besitz seines Freundes, des Arztes Dr. K. Bursy und befindet sich jetzt nebst vielen Briefen von ihm im Museum zu Mitau. Es gibt viele Bildnisse von ihm, die in einer eignen flotten Art gemalt sind. Zu seinen grössten Arbeiten zählen: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Altargemälde für die Kirche zu Talsen in Kurland, 1876 ersetzt durch eine Himmelfahrt Christi von Schönherr in Dresden. — Das Altargemälde für die Kirche zu Bersteln in Kurland, 1843 gem. 1861 ersetzt durch ein Gemälde vonJ. Döring. — Das Abendmahl; gem. im Auftrage des Fürsten Lieven; aus Blieden gestohlen. — Porträt des blinden lettischen Naturdichters Indrik aus Appriken; gest. in Punktiermanier v. Arndt.
U. v. Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland, Riga und Leipzig 1809 S.383. — Inland 1844 S. 92; 1854 S. 756. — D. A. Rowinsky: Подробн. словарь IV S. 187.
Grusdin, Artemii Michailowitsch. Porträt- und Genremaler. Geb. 1825 in Riga als Sohn eines Arbeiters; gest. daselbst 8. Februar 1891, kam zu einem Stubenmaler in die Lehre, bildete sich aber als Autodidakt im Porträtmalen aus. Von 1850–1856 lebte er in Mitau, dann längere Zeit in Goldingen mit Porträtieren beschäftigt. Mit dem bei diesen Arbeiten gewonnenen Verdienste ging er im Herbst 1858 nach München, wo er bis 1864 die Akademie besuchte. Er kehrte nach Riga zurück, verfiel aber bald in Trübsinn. Die meisten seiner Arbeiten befinden sich in Privatbesitz. Von ihm: Die Ankläger der durch Daniel verteidigten Susanna werden in Ketten gelegt, 1862 in München gem. — Ein Porträt des Kaisers Alexander II. 1868 für das Zeughaus der Stadtgarde gem. — Christus in Gethsemane, Altargemälde für die Kirche zu Warklany in Poln.-Livland (1879 gem.). — Der Weihnachtsmarkt in Riga (Bes. Gesellschaft der Schwarz häupter in Riga). — Porträt der Sängerin Caroselli. — Römisches Mädchen, Kopie nachA. Rizzoni (Bes. städt. Museum in Riga). — Ansicht der alten Gildenhäuser, des Rathausplatzes und der ehemaligen Sandpforte in Riga (1884 gem. für den Konferenzsaal des Rathauses in Riga). — In seinem Nachlasse befand sich ein Album mit vielen kleinen sauber gemalten Oelbildern, deren Inhalt jedoch den geistigen Zustand des Künstlers während der letzten Jahre seines Lebens widerspiegelt.