Nach einem Manuskr. von Dr. Anton Buchholtz, Riga †.

Hagen, Alexander. Maler. Geb. 17. Februar 1827 auf dem Gute Klein-Wrangelshof in Livl. Sohn des MalersAug. Matth. H., gest. in Peru, erhielt seine erste Ausbildung von seinem Vater und ging dann zu weiterer Ausbildung nach München. 1855 zog er nach Rom, lebte 1856/57 in Paris und begleitete dann den bayrischen Gesandten Dr. M. Wegner auf einer Forschungsreise durch Südamerika, von der er im Herbst 1859 nach Deutschland zurückkehrte. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging er wieder nach Peru, wo er durch Porträtmalen mehrere Jahre sich und seine Familie erhalten haben soll. Sein tüchtig gemaltes Selbstporträt befand sich 1901 auf der Rigaschen Jubiläumsausstellung.

Hagen, August Matthias. Landschaftsmaler und Kupferstecher; Vater desVorigen. Geb. 12. Februar 1794 auf dem Gute Wiezeemhof im Kirchspiel Trikaten; gest. 20. November 1878 in Dorpat, wurde Schüler des KupferstechersC. A. Senff und ging 1821 ins Ausland, wo er sich in München und Passau, dann in Tirol und der Schweiz weiter bildete. 1825 wurde er Lehrer des Zeichnens am Gymnasium und an der Töchterschule in Dorpat und folgte 1838 seinem LehrerSenff als Zeichenlehrer an der Universität im Amte. 3. August 1837 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum freien Künstler. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete der graphischen Künste. Wir nennen von seinen Arbeiten: Sechs Ansichten des Universitätsgebäudes in Dorpat, 1827–1828, Aquatinta. qu. fol. — Ansicht von Dorpat vom Dom aus gesehen. Sternwarte der Universität Dorpat, 1839. Auf den Stein gez. vonF. Stern, gedr. vonG. F. Schlater — Die Erziehungsanstalt zu Birkenruh bei Wenden, 1839; lith. vonG. F. Schlater. qu. fol. — Der Marktplatz zu Wenden; nachH. E. Hartmann auf den Stein gez.; lith. vonF. Schlater. qu. 8 o — Der Prahm in Segewold, 1841, lith. v.F. Schlater. qu. fol. — Malerische Ansichten aus Livland, lith. v.F. Schlater. qu. fol. — Der lange Hermann (Turm am Schloss zu Reval); in Holz geschnitten v. Schmidt imv. Maydellschen Atelier. — 17 Blatt Tierstudien. Atlas zur Tierveredlungskunde, herausgegeben von J. F. L. Schmalz, lith. v. Winckelmann & Söhne, Berlin, qu. fol. — „Sachte Karo!“ Jagdszene, lith. v.Schlater. qu. fol. — Die Ruinen von Schloss Wenden (Bes. K. V. Riga; auch als Aquatintastich erschienen). — Der Königssee zu Berchtesgaden (Bes. v. Köhler, Dorpat). — Wasserfall bei Galling im Salzburgischen (Bes. Prof. Walter). — Einzelne Landschaften gingen in Kaiserlichen Besitz über; sie wurden von dem Dichter Joukoffsky für die Kaiserin erworben. Eine grosse Anzahl landschaftlicher Studien aus Finnland und Estland befindet sich im Besitz der Gelehrt. estn. Gesellschaft.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer S. 47–49.

Hagen, (Hagen-Schwarz) Julie Wilhelmine. Porträt- und Genremalerin. Geb. 15. Oktbr. 1824 auf dem Gute Klein-Wrangelshof bei Dorpat, gest. 7. Oktbr. 1902 in Dorpat; Tochter desVorigen. Sie machte ihre ersten Studien unter der Leitung des Vaters und beschäftigte sich zunächst mit Blumenmalerei. Ihre weitere Ausbildung empfing sie dann in Dresden unter Friedr. Gonne; auch kopierte sie nach Rembrandt und van Dyck. 1848 wandte sie sich nach München, arbeitete zunächst unter Jos. Bernhardt, dann unter Moritz Rugendas. Von München ging sie nach Rom und erhielt hier durch Vermittlung der Herzogin Marie v. Leuchtenberg, der damaligen Präsidentin der Petersburger Akademie ein Stipendium für drei Jahre. 1854 kehrte sie nach Dorpat zurück und begleitete sechs Monate später ihren Gemahl, den Professor Ludw. Schwarz auf seinen wissenschaftlichen Reisen nach Sibirien. 1858 zurückgekehrt, wurde sie nach einer Ausstellung ihrer Gemälde in Petersburg von der Akademie zum Akademiker ernannt unter dem Namen Hagen-Schwarz. Von 1872–1898 hat die Künstlerin gegen 500 Porträts gemalt, von denen nur wenige öffentlich bekannt geworden sind.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 104–105.

Hagen, Ferdinand v. Architekt Geb. 5. Dezember 1849 in Reval, besuchte die Zivilingenieurschule Kaiser Nikolai I. in Petersburg, wurde 1883 Gouvernementsarchitekt in Nowotscherkask und übernahm 1886 das Amt des Stadtarchitekten in Jekaterinoslaw, das er 1891 krankheitshalber aufgeben musste. Nach seiner Wiederherstellung verwaltete er von 1893–1899 das Amt des Gouvernementsingenieurs in Orenburg und lebt jetzt in Petersburg. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Das Donsche Museum in Nowotscherkask 1884 (I. Preis); das Zirkusgebäude daselbst, mehrere russische Kirchen im Dongebiet, mehrere Militärbauten, das Realgymnasium, mehrere Wohngebäude in Jekaterinoslaw, die russ. Kapelle in Losowaja zur Erinnerung an die Errettung der Kaiserlichen Familie bei Borki am 17. Oktober 1888, das Hotel Eliasberg und die Rettungsstation für Schiffbrüchige am Dnjepr bei Jekaterinoslaw.

Nach Autobiographie.

Hagen, Julius August v. Architekt. Geb. 29. Juni 1829 in Reval, Oheim desVorigen, trat 1847 in die Bauschule des Ministeriums des Wegebaues (jetzt Zivilingenieurinst.), absolvierte sie 1852 mit dem Diplom ersten Grades und trat in den Dienst der livländischen Gouvernements-Bau- u. Wegekommission, wurde 1875 zum Gouvernementsarchitekten befördert und verliess 1901 den Staatsdienst. Von 1887 bis 1904 Dozent am Rigaschen Polytechnikum für Baugesetzgebung und Bauanschläge; seit 1898 Baurevident des städtischen Bauamts. Als Inspektor der Arbeiten zur Abtragung der Festungswälle Rigas war er in den Jahren 1857–1863 den Generalgouverneuren Fürst Suworow und Baron Lieven attachiert. H. hat die vielfachen Umbauten im Ordensschloss, die dieses zur Aufnahme der Staatsbehörden dienstbar machen sollten, geleitet, in Riga mehrere Privatgebäude, in Pernau das Kronsgymnasium ausgeführt und sich namentlich an der Sammlung und Einführung der Rigaschen Bauordnung verdienstvoll beteiligt. H. ist Ehrenmitglied des Rigaschen Architekten- und des Rigaschen technischen Vereins.

Haken, Hildegard v. Malerin. Geb. 7. April 1873 in Riga, besuchte von 1896–1898 dieJung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga und empfing ihre weitere Ausbildung im Berliner Künstlerinnen-Verein. Gleichzeitig war sie Schülerin der Blumenmalerin Kath. Klein und arbeitete seit 1899 ab im Atelier der Frau v. Sivers. Sie lebt z. Z. in Berlin.