Nach Autobiographie.
Hardenack, Paul v. Architekt. Geb. 4. März 1819 in Riga, als Sohn eines Zollbeamten, gest. daselbst 1879; erhielt seine Ausbildung in Petersburg auf der Bauschule des Ministeriums des Wegebaues, jetzt Zivilingenieurinstitut, wurde 1844 Architektsgehilfe und 1858 Architekt der livländischen Gouvernementsregierung. 1863 wurde er auf Kosten der Regierung ins Ausland geschickt, um Studien zu Gefängnisbauten in Deutschland, Frankreich, Belgien und in der Schweiz zu machen. Krankheitshalber verliess er 1875 den Staatsdienst. Zu seinen bedeutendsten Bauten gehört die grosse Synagoge in Riga, 1871 vollendet.
Nach Familiennachrichten.
Hartmann, Hermann Eduard. Maler und Holzschneider. Geb. 20. Juli 1817 in Dorpat; gest. daselbst 26. Dezember 1880. Seine erste Ausbildung erhielt er vonAug. M. Hagen. 1836 ging er zu weiterer Ausbildung nach Düsseldorf, später nach München. Von 1841–1844 bekleidete er das Amt eines Zeichenlehrers an der Landesschule zu Birkenruh und liess sich 1845 in Dorpat nieder, wo er sich vorherrschend mit dem Holzschnitt beschäftigte. Mehrere seiner Holzschnitte erschienen in der estnischen Zeitschrift Postimees, im estnischen Volkskalender und in der lettischen Zeitschrift Pasaule. Er hat auch mehrere Porträts gemalt. Seit dem Dezember 1860 bekleidete er das Amt des Konservators am Museum der Gelehrten estnischen Gesellschaft und war gleichzeitig in verschiedenen Kommunalämtern tätig. Von seinen Arbeiten seien genannt: Zeichnung des Marktplatzes zu Wenden, 1844. Auf den Stein gezeichnet vonA. M. Hagen; gedruckt beiSchlater für Briefbogen. — Ansicht von Riga von der Dünaseite, 1856. Holzschnitt für den estnischen Volkskalender von 1858; auch auf Briefbogen. — Trachten der Pleskau’schen Esten, 1859; Holzschnitt. — Abbildungen Dorpater Studenten; Holzschnitt, von Chr. J. Petersohn mit Versen versehen. — Schloss Neuhausen bei Johannisfeuerbeleuchtung. Nach der Natur gezeichnet und in Holz geschnitten 1859. — Schloss Neuhausen; Holzschnitt 1859. — Ansicht von Narva mit estnischer Ueberschrift: Narwalin, auf einem fliegenden Bande; Holzschnitt in einem länglichen Achteck. — Ansicht von Walk, 1856 in Form einer Vignette mit Renaissanceumrahmungen; Holzschnitt. — Der Wasserfall der Narowa; kleiner Holzschnitt. — Ansicht von Riga mit der Flossbrücke; kleiner, oben bogenförmiger Holzschnitt. — Portal der Johanniskirche in Dorpat; kleiner Holzschnitt. — Dreizehn Ansichten aus Dorpat; kleine Holzschnitte. — Porträt des Professors Martin Asmuss. Lith. von Sternberg, gedr. vonF. Schlater 4 o. — Porträt desselben. Gez. von H. C. Hartmann, lith. von F. Hanfstängl, Dresden. — Porträt des Pastors Eduard Philipp Körber († 1850). — Porträt von A. W. Hollander, nachA. Pezold auf den Stein gez. von Hartmann, gedr. beiSchlater, 4 o. — Porträt des Pastors der estnischen Gemeinde zu Dorpat Karl Heinr. Konst. Gehewe; Holzschnittsilhouette nach Dr.Panck. — Porträt des Oberlehrers der Geschichte am Gymnasium zu Dorpat Gustav Moritz Santo; Holzschnittsilhouette nach Dr.Panck.
Sitzungsberichte der Gelehrten estnischen Gesellschaft 1880. — Inland 1855 S. 604.
Hartmann, Wolfgang. Kupferstecher. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Riga tätig. Von ihm: Porträt des schwedischen Generalgouverneurs von Livland Grafen Gustav Horn, 1652. Die Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. Davon Abdrücke aus neuerer Zeit. — Porträt des Rigaschen Ratsherrn Laurenz Zimmermann, etwa um 1652. Originalplatte im Dom-Mus. zu Riga. — Porträt des Dompastors Matthias Reland, 1653. — Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Melchior Fuchs, 1654.
Hase, Peter. Maler in Riga um die Mitte des 15. Jahrh. Er malte 1460 eine Tafel für den Altar der Losträger in der Petrikirche mit den Patronen der Gilden und erhielt dafür 50 Mark rigisch.
(C. Mettig.)
Hasselblatt, Adolf. Bildhauer und Landschaftsmaler. Geb. 19. Juni 1823 im Pastorat Roethel in Estland; gest. 7. August 1896 in Winnenden i. W., kam nach Petersburg in eine Gypsgiesserei und hier in Berührung mit verschiedenen Künstlern. Ende der vierziger Jahre besuchte er die Petersburger Akad. und absolvierte sie mit der gr. silb. Med. Er beteiligte sich an den ornamentalen Arbeiten für die Isaakskirche in Petersburg, nahm aber später das Amt eines Zeichenlehrers in Wiborg an. Um sich in der Landschaftsmalerei auszubilden begab er sich von hier nach Düsseldorf und besuchte darauf Italien. Seine Ansicht es als Künstler zu keiner Bedeutung bringen zu können, veranlasste ihn schliesslich zur Aufgabe des Berufs. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich im Familienbes. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm eine finnländische Landschaft.
Nach Familiennachrichten (Jul. Hasselblatt-Norden).