W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 161–163.

Klingstedt, Karl Gustav. Miniaturmaler. Geb. 1657 in Riga; gest. 1734 in Paris, trat mit 15 Jahren in schwedische Kriegsdienste und diente von 1677 ab im französischen Heere. 1689 nahm er seinen Abschied, um sich der Malerei zuzuwenden. Er malte hauptsächlich Miniaturen auf Elfenbein in chinesischer Tusche, mit Vorliebe aber freie Szenen auf Tabaksdosen. Der franz. Minister Kardinal Guill. Dubois, der dem alternden Künstler eine Pension gewährte, nannte ihn den „Raffael der Tabaksdosen“. Von ihm: Venus auf dem Meere wandelnd. — Triumph der Galathea. Radiert v. Bernhard Picart. — Mönch eine Nonne züchtigend. Oelgem. (Befand sich in der Sammlung des Schlosses Kolzen in Livland, soll angeblich zerstört worden sein). — Porträt Peters I. in Paris gem. für Lord Heresford; darnach ein Bild des Kaisers im Brit. Mus. zu London. — Susanna im Bade. 1891 auf der Auktion Spitzer versteigert.

Füessli, Allgem. Künstlerlex. Ausg. v. 1763 (nach l’Advocat: Dictionaire historique portatif, Basle 1758). — W. Becker und Görling, Kunst und Künstler des 18. Jahrh. — D. A. Rowinsky, Подробн. словарь русск. гравиров. портретовъ IV. S. 681.

Klint, Cyriakus. Zinngiesser und Graveur. Geb. 1502; gest. 1592, war ein Schüler des als Dichter bekannten Rigaschen Zinngiessers Burchard Waldis. Von ihm im Dom-Museum zu Riga ein aus Zinn gefertigtes Turmknopfkästchen der St. Petrikirche vom Jahre 1578. Neben hübsch empfundenen biblischen Darstellungen sind von ihm verschiedene Wappen und Inschriften auf die Flächen graviert. Bez. mit den Anfangsbuchstaben seines Namens C. K. und dem Datum: M. CCCCC. LXXVIII DEN II IVLIVS.

Klockow, Johann Heinrich. Kupferstecher und Lithograph. Geb. 18. Oktober 1774 in Riga; gest. daselbst 6. Dezember 1823. Wo er seine Studien gemacht hat, lässt sich nicht nachweisen. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1801 übernahm er dessen Buchbindereigeschäft und übte daneben seine Kunst. Auch als geschickter Holzschneider hat er sich gezeigt. Von ihm gibt es eine Reihe von Kalenderumschlägen und Illustrationen zu Rigaschen Kalendern, die teils von ihm in Holz geschnitten, teils lithographisch hergestellt sind. Die in Holz geschnittenen Illustrationen stellen dar: Das Porträt Peters I., eine Ansicht der Beschiessung Rigas und Abbildungen der Medaillen, die 1710 auf die Eroberung der Stadt geprägt wurden (Kalender für 1817). Ferner: Ansicht der Jesuskirche in Riga, die Alexander-Newsky-Kirche, das Kaiserl. Gymnasium zu Riga, das Ritterhaus zu Riga, das Lusthaus im Kaiserl. Garten. Altona bei Riga. Birkenruh bei Wenden. Heinrichshof bei Riga. — Lithographien zu gleichem Zweck: Die Gertrudkirche vor dem Brande von 1812. Die Nikolaikirche in der Moskauer Vorstadt. Das Schloss zu Riga. Das Katharinäum. Eine Partie aus dem Wöhrmannschen Garten. Wöhrmanns Park. Der Sommergarten in Riga. Ausserdem: Die Ruinen des Sommergartens in Riga nach dem Brande von 1812. In Kupfer gest. nachJoh. Joach. Baltzer. — Die 1782 zum Empfang des Grossfürsten Paul Petrowitsch errichtete Ehrenpforte. (Lithogr.). Porträt des Bischofs Dr. C. Chr. Ulmann (Lithogr.).

Rigasche Biographien v. J. G. F. Riga 1881 S. 103. — Rigasche Stadtbl. 1816 S. 369.

Klose, Edmund. Porzellanmaler in Riga. Geb. 1847; gest. daselbst im Dezember 1885.

Klot, Alma Willy v. Landschaftsmalerin. Geb. 27. Dezember 1858 in Livland, vermählt seit 1889 mit Hugo Boltho v. Hohenbach, bildete sich in Dresden und Karlsruhe. Von ihr sind mehrere stimmungsvolle Landschaften bekannt.

Klünder, Alexander Julius. Porträtmaler. Geb. 8. Febr. 1802 in Estland; gest. 27. Dezember 1874 in Reval, studierte von 1823–1826 Nationalökonomie an der Universität Dorpat und wurde Schüler des KupferstechersC. A. Senff. 1834 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler und am 8. VII. 1841 zum Akademiker für das Miniaturbild eines die Balalaika spielenden Bauern. Vom Kaiser Alexander II. und vom König von Sachsen wurde er durch die Verleihung je eines Brillantringes ausgezeichnet. Von ihm: die Porträts der Professoren der Universität Dorpat. 30 Bl. in kl. fol. Lith. von Helbach in Reval, 1827–1828. Das Werk wurde seit 1827 lieferungsweise herausgegeben und erschien in Dorpat und Riga in der Hartmannschen, in Mitau in der Steffenhagenschen, in Reval in der Bornwasserschen Buchhandlung. — Portr. des Superintendenten Chr. Gottl. Mayer in Reval, 1828 lith. — Portr. des Arztes Dr. Alex. Theod. v. Winkler, Reval, 1828 lith. — Portr. des Dorpater Polizeimeisters Gessinsky, lith.

Knebusch, Karl v. Maler. Geb. 1775 zu Holmhof in Kurland; gest. 1821 in Mitau, stand anfänglich im Militärdienst und widmete sich dann in Petersburg der Malerei. Er wurde 1805 Zeichenlehrer an der Kreisschule in Mitau. Von ihm ein Tierbild, Kampf eines krimischen Hundes mit einer Dogge, 1814 gem.; es kam 1821 in das Mus. zu Mitau.