J. Döring.

Knoth, Martin. Baumeister. Lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. als „Kirchenbaumeister“ in Mitau; gest. daselbst 1687. Erwähnt im Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau 25. III. 1685 u. 2. V. 1687.

J. Döring.

Knüpfer, Rudolf Otto. Architekt. Geb. 20. Febr. 1831 zu Klein-Marien in Estland; gest. 10. Juli 1900 in Reval, trat 1845 in die Bauschule zu Petersburg und absolvierte sie 1852. Von 1860–1878 bekleidete er das Amt des estländischen Gouvernementsarchitekten und zeitweilig auch das des Revaler Stadtarchitekten. Er nahm später das Amt des Gouvernementsingenieurs ein und wurde 1893 zum wirkl. Staatsrat mit dem Prädikat Exzellenz befördert. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in Reval, 1859–1860. — Die Karlskirche in Reval, 1862–1870, ausgef. nach den Entwürfen vonO. P. Hippius. — Die Gasanstalt und die Markthalle vor der Lehmpforte in Reval, 1873. — Die Zentralstation der Freiw. Feuerwehr in Reval 1871–1873. — Die luther. Kirchen in Narva und Hungerburg. — Die Petrikirche in Dorpat, 1884 geweiht.

Rigasche Stadtbl. 1860 S. 355. — Rigasche Ztg. 1870 v. 29. Dzbr.; 1873 Nº 63; 1884 Nº 219. — Rigaer Tagebl. 1900 v. 13. Juli.

Koch, Johann (Hans). Architekt. Geb. 23. Aug. (4. Septbr.) 1850 in Emeth, Kreis Eger (Böhmen) trat 1867 in die technische Hochschule in Prag, wo er anfangs Ingenieurwissenschaften studierte, dann aber zum Studium der Architektur übertrat, das er am Polytechnikum und der Kunstakademie in München bis 1872 fortsetzte. 1872 siedelte er nach Wien über, wo er, während er seiner Militärpflicht genügte, die Vorlesungen der Professoren Fr. v. Schmidt und Th. v. Hansen besuchte. 1873 trat er in die Praxis, kam 1874 nach Prag, wo er an der Universität Vorträge von O. v. Benndorf über klassische Archäologie hörte und 1875 das Amt eines Assistenten für Baukunst an der technischen Hochschule übernahm. Neben einer umfangreichen praktischen Beschäftigung und neben der Beteiligung an grösseren Konkurrenzen (Kurort Slanik in Rumänien, I. Preis; Museum in Riga, III. Preis; Museum für Prag, I. Preis) hielt er Vorlesungen und Vorträge, und wurde 1881 zum Dozenten, 1883 zum Professor der Baukunst an der technischen Hochschule in Prag ernannt. 1884 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum in Riga, wo er seit jener Zeit mit dem grössten Erfolge, sowohl als Lehrer, wie als ausübender Architekt gewirkt und sich überhaupt um das Aufblühen der Baukunst grosse Verdienste erworben hat. Von ihm wurden erbaut: Das Gebäude der adeligen Kredit-Sozietät in Riga, 1886–1889. — Die Lutherkirche zu Thorensberg bei Riga, 1888–1891. — Das Haus des Bankiers Schwartz an der Esplanade in Riga. — Das Landhaus des Hn. v. Transehe in Neu-Schwaneburg. Zum Teil nach seinen Entwürfen wurden von seinen ehemaligen Schülern ausgeführt: Die Kaiserl. Reichsbank in Riga (ausgef. v.A. Reinberg ); die kathol. S. Albertuskirche (ausgef. vonW. Bockslaff ); das chemische Institut des Polytechnikums (ausgef. vonO. Hoffmann ).

Köber, Helene. (s.Helene v. Franken ).

Köler, Johann, (nannte sich später Köler-Viliandi). Historien- und Porträtmaler. Geb. 24. Februar 1826 auf dem Gute Wastemois bei Fellin; gest. 10. April 1899 in Petersburg. Er war estnischer Nationalität, erhielt aber eine deutsche Erziehung und wurde Lehrling des Stubenmalers Faber in Wenden. 1846 kam er nach Petersburg, wo er sich anfänglich mit Schildermalen beschäftigte, bis es ihm mit Unterstützung seines Bruders gelang Zutritt zur Akademie zu erlangen. 1848 wurde er Schüler des Prof. Markow, errang sich 1857 die gr. gold. Med. und ging als Pensionär der Akademie nach Rom, wo er bis 1862 blieb. Nach seiner Rückkehr wurde er Lehrer am Institut der Gesellsch. zur Förderung der Künste und erhielt 1867 seine Ernennung zum Professor, nachdem er bereits 1861 zum Akademiker befördert worden war. K. beteiligte sich lebhaft an der estnisch-nationalen Bewegung; speziell mit seinem Namen verknüpft ist die verunglückte Gründung einer estnischen Kolonie in der Krim, die ihn des grössten Teiles seines Vermögens beraubte. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er wenig und lebte fast vergessen in Petersburg. Seine Haupttätigkeit lag auf dem Gebiete des Porträts und zahlreich sind seine Bildnisse der Mitglieder des Kaiserl. Hauses und des Hofes. Von seinen kirchlichen Malereien sind zu nennen: Christus am Kreuz, in der Akademie zu Petersburg (Wiederholungen in der schwedischen Kirche zu Petersburg und in der Kirche zu Wenden (Livland)) und das Fresko am Chorgewölbe der Karlskirche zu Reval.

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 106–108.

König, Erich. Architekt. Wird in einem Schreiben des Herzogs Jakob von Kurland an ihn, dat. v. 13. März 1641 „wohlbestallter Architekt“ genannt. Weiteres hat bisher über ihn noch nicht ermittelt werden können.