Kirchenbuch der Trinitatiskirche (Jul. Döring).
Sarrin, Richard. Maler, Radierer und Lithograph. Geb. 15. Juni 1869 auf dem Gute Kegeln in Livland, trat 1887 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg und absolvierte sie 1895 mit einem Stipendium zu mehrjährigem Aufenthalte im Auslande. Er arbeitete zunächst unter Alex. Zick in Berlin, dann in München unter Prof. Rud. Seitz und wurde darauf Meisterschüler von Prof. W. Unger in Wien. Seine der Schule eingesandten Arbeiten veranlassten das Direktorium sein Stipendium auf 1½ Jahre zu verlängern mit der Bedingung zu weiterer Ausbildung nach Paris zu gehen. Von hier wurde er nach Petersburg berufen, um die Leitung der Kunstabteilung in der Expedition der Staatspapiere zu übernehmen. — S. kultiviert mit Vorliebe die Darstellung des Märchens und hat namentlich auf dem Gebiete der Original-Lithographie anerkennenswerte Arbeiten geliefert.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. 172–174.
Sartori, Jakob Friedrich. Miniaturmaler. Geb. 22. Juli 1758 zu Ludwigsburg in Würtemberg; gest. 22. Dezember 1830 in Windau, studierte anfänglich an der Universität Tübingen, wandte sich aber frühzeitig der Kunst zu, die er in Ludwigsburg, später in Manheim erlernte. Um 1790 kam er nach Kurland und begründete in Kandau eine Privatlehranstalt, nahm aber 1805 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Windau an, erteilte auch Unterricht in der Kalligraphie, Geographie und Geometrie. 1817 war er stellvertretender Schulinspektor und wurde 1820 in diesem Amt für Windau und Pilten bestätigt. Krankheitshalber legte er Ende 1828 das Amt nieder. Von ihm: Das Porträt des Piltenschen Präsidenten Herm. Friedr. v. Behr auf Edwahlen, gem. 1794 auf Elfenbein (Mus. Mitau). — Portr. des Herrn v. Behr auf Popen in Kurl., 1795 gem. — Portr. des Prof. Meyenberg (Dom-Mus. Riga).
Sass, Oswald Baron v. Porträt- und Genremaler. Geb. 27. Mai 1856 in Arensburg auf Ösel, Sohn des Landrats Karl Baron S. auf Sandel, erhielt die erste Anleitung von dem Prof.Otto v. Moeller und bezog 1876 die Düsseldorfer Akad., wo er unter den Professoren Andr. Müller und Heinr. Lauenstein arbeitete. Seine Absicht auf der Petersburger Akad. seine Studien fortzusetzen, wurde durch eintretende Krankheit verhindert. Erst 1881 konnte er seine Studien wieder aufnehmen, ging nun aber nach München, arbeitete dort unter Alois Gabl und Otto Seitz und war 1884–87 Meisterschüler von Prof. Liezenmayer. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Charkow war er von 1894–98 als Lehrer an derJung-Stillingschen Mal- und Zeichenschule in Riga tätig. Lebt z. Z. in Arensburg auf Oesel. Von ihm: Totenwache, 1890 (Städt. Mus. Riga). — Madonna, 1890. — Estnische Fischerstube, 1891 (Bes. Prof. Th. Grönberg, Riga) etc.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 135–136.
Sauerweid, Gottlob Alexander. Schlachtenmaler und Radierer. Geb. 19. Februar 1783 in Kurland; gest. 25. Oktober 1844 in Petersburg, bildete sich auf der Dresdner Akad. und erregte hier durch seine geschickten radierten Darstellungen aus dem Kriegsleben die Aufmerksamkeit des Kaisers Alexander I., der ihn 1814 nach Petersburg als Lehrer der Kaiserl. Kinder berief. 1831 wurde er stellvertretend als Professor der Tier- und Schlachtenmalerei an der Akad. angestellt und 1836 zum ordentlichen Professor ernannt. S. war der erste bedeutende Schlachtenmaler der Akad., hat aber weniger durch seine Malereien als durch seine Radierungen und Zeichnungen, in denen die Darstellung des Pferdes das Hauptmotiv bildet, seinen Ruhm erworben. Einige wenige Gemälde von ihm befinden sich in kurländischem Besitz, die Mehrzahl im Winterpalais in Petersburg. Von seinen graphischen Arbeiten nennen wir: Die Kgl. Sächsische Armee nach der neuen Organisation von 1810. 31 Blatt mit der Hand kolorierte Stiche in 4 o, im Verlage von Heinr. Rittner in Dresden erschienen. — Die Uniformen der Kgl. Westfälischen Armee um 1810; fol. 19 unbezeichnete Tafeln in kolor. Kupferstich. — Dresdens Not und Rettung im Jahre 1813. 20 Radierungen in 4 o, in einzelnen Exemplaren auch koloriert (Von dieser Ausgabe gibt es Nachstiche, die jedoch die Originale nicht erreichen). — Dreissig Blätter für Pferdezeichner und Schlachtenmaler. Verlegt v. E. Arnold in Dresden. — Verschiedene kleine Stiche: Ein russischer Kurier in einem Dreigespann. — Sächsischer Kurier. — Kosaken töten ein gestürztes Pferd. — Ein Kosak vom Rücken gesehen. — Baschkir und Kosak von der Wolga. — Kalmück und Kosak vom Ural. — Ein Kosak durchsticht mit der Pike einen Janitscharen. — Fouragiere. — Drei Kavalleristen. — Verschiedene Szenen aus dem Jahre 1813. — Verschiedenes Militär. — Ansicht auf Paris von Meudon aus (Bez. Sauerweid fecit. Drèsde chez Erneste Arnold ci-devant Rittner). — Fürst Golenitschew-Kutusow mit seiner Suite, rechts General Benningsen, der ihm eine Mitteilung macht (Bez. Sauerweid del. et. sc). — Kaiser Alexander I. und Graf Platow auf der Parade in Hydepark in London. Grosser Stich in Aquatinta-, Radier- und Punktiermanier, 1815.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 32–34.
Sauerweid, Nikolaus. Porträt- u. Schlachtenmaler, Sohn desVorigen. Geb. 1836 in Petersburg; gest. daselbst 1866, bildete sich früh unter der Leitung seines Vaters und trat in den fünfziger Jahren in die Akademie, erwarb sich in schneller Folge die Schülermedaillen, wurde 1859 zum freien Künstler und bereits 1860 zum Akademiker befördert. Ausser einigen Porträts von ihm mehrere Schlachtenbilder.
Inland. 1854 S. 865. — Наши художники I S. 153.