Schabert, Ernst David. Zeichner und Lithograph. Geb. 17. Februar 1796 in Mitau; gest. daselbst 24. Februar 1853, studierte von 1817–1820 Philosophie in Dorpat und war gleichzeitig Schüler des Kupferstechers Prof.K. A. Senff. Er liess sich in seiner Vaterstadt nieder, beschäftigte sich mit Miniaturmalerei und vertrat 1823 den erkrankten Zeichenlehrer des GymnasiumsS. Kütner, trat auch später für dessen NachfolgerD. Oechs ein. Er begründete in Mitau eine lithographische Anstalt, aus der eine Anzahl tüchtiger Arbeiten hervorgingen, und vereinigte diese später mit einem Atelier für Daguerrotypie. Von ihm: Kurländischer Bildersaal. Eine Sammlung von Bildnissen, lith. vonFr. Krause. Heft 1. 1826. — Portr. des Rigaschen Theaterdirektors. Joh. Hoffmann u. dessen Gattin Katharina, geb. Krainz. — Portr. des Sängers u. Schauspielers am Rigaschen Theater C. Günther. — Portr. der Sängerin Karoline Pollert. Lith. nachEggink für die von Salzmann projektierte Herausgabe von Bildnissen Rigascher Schauspieler. — Das Kurländische Wappenbuch. 4 Bände, 1847. — Portr. des Predigers Joh. Georg Wilh. v. Raison zu Gross-Autz. Lith. fol. — Portr. des Dr. med. Joh. Gottl. Fleischer in Mitau. Lith. fol. — Portr. der Gemahlin des Kammerherrn v. Schoeppingk, geb. Gräfin Medem. Lith. — Portr. des Generals Pantenius. Lith. fol. 1846. — Portr. des Generalsuperintendenten Wilpert. Lith. 1848. — Ausser diesen lithographierte er viele Porträts nach Zeichnungen vonOechs,Döring u. a.
Rigasche Stadtbl. 1830 S. 411; 1839 S. 127, 202. — Inland 1845 S. 562; 1846 S. 740; 1848 S. 1017.
Schabert, Eduard Anton. Lithograph. Geb. 7. April 1826 in Mitau als Sohn desVorigen; gest. 7. September 1854 daselbst, war Schüler seines Vaters und übernahm nach dessen Tode die Leitung der lithographischen Anstalt.
Inland 1854 S. 640.
Scharlow, G. C. Zeichner und Lithograph, war in den zwanziger und noch im Anfang der dreissiger Jahre des 19. Jahrh. in Riga tätig. Von ihm: Portr. des Schauspielers am Rigaschen Theater Aug. Heinr. Porsch († in Riga 1823), lith. nach dem Gemälde vonMäklenburg. — Portr. des Rigaschen Superintendenten Karl Gottl. Sonntag. Lith. nach einem Aquar. von F. C. Tielker, 1828. — Portr. des Violinvirtuosen und späteren Inspektors der Kaiserl. Oper in Petersburg Louis Maurer. — Rigasche Ansichten: Riga von der Mitauer Vorstadt aus gesehen. — Der Markt- und Börsenplatz in Riga von der Ressource aus gesehen. — Der Schlossplatz mit der Siegessäule. — Riga vom Lagerplatz (Lämmerberg) aus gesehen. — Landhaus des Rittmeisters v. Schröder und die Marienmühle. — Der Wöhrmannsche Park. (Als erstes Heft 1830 von der Hauswaldschen Lithogr. herausgeg. Ein Probeblatt mit der Ansicht des Marktplatzes in Riga erschien 1829).
Rigasche Stadtbl. 1828 S. 305; 1829 S. 161; 1830 S. 371. — Provinzialbl. 1828 Nº 36, S. 148.
Scheel, Heinrich Karl. Architekt. Geb. 5/17. Mai 1829 in Hamburg, erlernte zunächst praktisch unter der Leitung seines Vaters, des Architekten und Maurermeisters Daniel Dietrich Sch. das Maurerhandwerk und besuchte in den Wintermonaten die Zeichenschule des Prof. Fersenfeldt. Eine Besuchsreise führte ihn 1846 nach Petersburg und der inzwischen erfolgte Tod seines Vaters bestimmte ihn in die Petersburger Akad. als freier Zuhörer einzutreten. Er wurde Schüler des Prof. Thon, errang sich 2 silb. Med. und 1852 den Grad eines akadem. Künstlers, arbeitete dann unter Prof. Bohnstedt und kam 1853 zur Ausführung des von Prof. K. Beyne entworfenen Hauses der grossen Gilde nach Riga. 1860 übernahm er in Gemeinschaft mit dem Architekten Hess die Bauleitung des von Prof. Bohnstedt für Riga entworfenen Stadttheaters und führte daneben eine grosse Anzahl von öffentlichen und Privatgebäuden aus. 1862 Akademiker. Von seinen bedeutenderen Bauausführungen nennen wir: Das jetzige v. Transehe’sche (früher Kruth’sche) Haus, Thronfolgerboulevard 7. — Das ehemals Krüger’sche Haus, Alexanderboulevard 2. — Das Interimstheater (nach dem Brande des Stadttheaters im Jahre 1882). — Die Börsenbank. — Das Seemannshaus. — Mehrere russische Kirchen in Liv-, Est- u. Kurland. — Die reformierte Kirche zu Birsen in Litauen, (1867). — Die luth. Kirche in Sophienhof bei Preetz in Holstein, (1873). — Das Bethaus der luth. Gemeinde in Kemmern, (1895). — Das Elektrizitätswerk der russ. Allg. Elekt. Ges. Union.
Scheffner, Johann Gottfried. Kupferstecher. Geb. 1765 in Mitau als Sohn eines Zimmermanns; gest. daselbst 18. Dezember 1825, besuchte die Stadtschule in Mitau und fertigte als Schüler der oberen Klasse einen Globus für den Herzog von Kurland, wodurch er sich dessen Gunst erwarb und von diesem die Mittel zu weiterer Ausbildung erhielt. (Ein anderer von ihm angefertigter Globus befand sich 1808 im Himselschen Mus. zu Riga). Vom Juli 1784 ab besuchte er das Gymnasium in Mitau und genoss den Unterricht des KupferstechersS. Kütner. Er studierte dann in Jena, Wittenberg und Halle und folgte 1795 einem Rufe als Professor und Lehrer des Zeichnens an das Kölnische Gymnasium in Berlin. 1797 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers an der Universität Leipzig, 1804 kehrte er nach Kurland zurück, versah von 1806–1817 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule in Libau und lebte seit 1817 als Kupferstecher in Mitau, bis der Verlust des Augenlichts seiner Tätigkeit ein Ziel setzte. Von ihm: Portr. Friedrichs des Gr. In Berlin gestoch. — Portr. der Herzogin Dorothea v. Kurland nach I. H. Schroeder. (Der Stich ist vom Künstler dem Herzog gewidmet). Berlin 1793. — Portr. des Schauspielers G. Kaselitz nach Krüger. Berlin 1794. — Die Portrs. des Kaisers Peter I., der Kaiserin Elisabeth Petrowna, der Kaiserin Katharina II., des Kaisers Alexander I. u. der Grossfürstin Maria Pawlowna. (Für das Werk: Abrégé historique et chronologique des règnes de tous les Souverains de la Russie par M. d. L. Leipzig 1806. 8 o ). — Portr. des Generals Loudon (?) — Portr. des Buchdruckers Joh. Fr. Steffenhagen in Mitau nach C. C. Krauckling. Mitau 1822. — Ein Teil der 54 Tafeln für das von J. E. Neimbts herausgegebene „Wappenbuch des Kurländischen Adels“ Mitau 1793. 4 o. (Den andern Teil der Tafeln stach sein LehrerS. Kütner ).
Mitauer Ztg. 1795 St. 49. — A. D. Rowinsky словарь грав. портр. IV S. 758.
Scheffner, Karl Heinrich Ferdinand. Maler. Geb. 7. April 1805 in Libau als Sohn desVorigen; gest. im Juni 1865 in Riga (Hagensberg.), studierte 1827–29 in Dorpat und war Schüler des KupferstechersK. A. Senff. Er lebte später als Zeichenlehrer in Riga.