Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval II S. 130.
T
Teuffel, Jürgen. Baumeister und Steinmetz. Geb. im ersten Viertel des 17. Jahrh. in Lübeck, stand in Diensten des Lübecker Rats und wurde auf Ansuchen des Rigaschen Rats am 28. Aug. 1666 nach Riga beurlaubt, um beim Neubau des eingestürzten Turmes der Petrikirche behilflich zu sein. Er wird bereits im folgenden Jahre seinen Verpflichtungen entbunden und wendet sich nach Narva, wo Nachkommen von ihm 1736 und 1769 genannt werden.
Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Alt. 1891 S. 50 ff. — W. Neumann. Das mittelalterliche Riga S. 34 ff.
Thum, Heinrich. Kupferstecher, lebte im ersten Viertel des 17. Jahrh. in Riga, wo er von 1602 bis 1622 nachweisbar ist. Er war vielfach für die Offizin des ersten Rigaschen Buchdruckers Niclas Mollyn beschäftigt. Von ihm: Vor- und Rückseite eines Titelblatts zu einem Mollynschen Druck v. J. 1602 4 o bez. Heinricus Thum. sculp. Auf der Rückseite das grosse Wappen des Königs v. Polen Sigismund III. — Exlibris mit dem Wappen der Familie zur Horst, v. J. 1604 fol. bez. Heinr. Thum scul. Ein Abdruck vom J. 1805 nach der jetzt verlorenen Originalplatte im Dommus. zu Riga. — Exlibris mit den Wappen der Familien vom Hoff, Schoninck, Warnecken und Greuter. Enthalten in einem Manusk. des Rigaschen Rechts v. J. 1567. Bez. links unten: Heinr. Thum inven: et fc., rechts: Riga 1605 (?) — Ihm zuzuschreiben ist der grosse Stich einer Ansicht der Stadt Riga v. J. 1612, der bisher nur in einem nicht völlig erhaltenen Exemplar bekannt ist, im Dommus. zu Riga. Photogr. Reprod. dess. im Katal. d. kult. hist. A. in Riga 1883 u. in W. Neumann, das mittelalt. Riga. Berlin 1892. — Desgl. ein in Kupfer gestochener Plan von Riga mit der Überschrift: Adumbratio obsidionis Civitatis Rigen: etc. erschienen als Beilage zu einem Mollynschen Druck, betitelt: De expugnatione Civitatis Rigensis Livoniae Metropolis, etc. 1622. 4 o.
Arend Buchholtz, Geschichte der Buchdruckerkunst in Riga.
Tielker, Johann Friedrich. Maler und Kupferstecher. Geb. 13. Juni 1763 in Braunschweig; gest. 11. August 1832, war anfangs Silhouetteur, dann Miniaturmaler und am Darmstädter Hofe, später am Berliner Hofe beschäftigt. In der Folge legte er sich auf die Landschaftsmalerei, den Aquatintastich und schliesslich auf die Herstellung von Panoramen. 1808 kam er nach Kurland und nahm angeblich den MalerEggink (s. d.) mit sich auf seinen Reisen durch Russland, wo seine Panoramen von Petersburg und Moskau grossen Beifall fanden. Mit dem Panorama von Petersburg machte er eine Gesandtschaftsreise nach China mit. Von seinen Porträts ist die Mehrzahl von seinem Bruder Franz Karl gestochen, der besonders die Schwarzkunstmanier mit Erfolg übte. T. lebte längere Zeit in Petersburg und ist 1828 noch in Riga nachweisbar. Von ihm: Das Portr. des livl. Gouvern. Prokureurs G. Petersen. Pastell, 1810. (Dommus. Riga). — Grosse Ansicht von Riga. (Vue panoramique etc.) vor 1812. In Aquat. von Prof. Frick. Vom Künstler seinen Freunden in Riga gewidmet. — Portr. des Fürsten W. S. Golitzin. — Portr. des J. Th. Krusenstern. — Portr. des Prof. I. A. Fessler. (Stiche). Portr. des Kapitäns A. Krusenstern, gest. von F. Tielker als Schwarzkunstblatt. — Portr. des livl. Generalsuperintendenten Dr. K. G. Sonntag. Pastell, 1828. (Dommus. Riga). Lith. v.G. C. Scharlow. — Portr. des Dichters C. F. Petersen. Pastell. (Dommus. Riga.)
Rigasche Stadtblätter 1821 S. 265, 292; 1828 S. 305. — Provinzialblatt 1828 Nº 36 S. 148. — D. A. Rowinsky IV. Подробн. словарь русских граверовъ.
Tiesenhausen, Baronesse Nadeshda v. Geb. 1868, hat ihre Studien an der Akademie in Florenz gemacht, die sie 1892 absolvierte. Sie lebt in Italien und hat mehrfach italienische Ausstellungen beschickt. 1894 Bronze Med. Florenz, desgl. 1898 Barcelona und silb. Med. Turin. Neben ihrem Hauptfach der Porträtmalerei beschäftigt sie sich mit Vorliebe auf kunstgewerblichem Gebiet.
Tiesenhausen, Baron Paul v. Maler. Geb. 10. Januar 1837 auf dem Gute Itfer in Estland; gest. 12/24. November 1876 in München, war Militär und nahm an dem Krimfeldzuge teil. Nach dem erbetenen Abschiede zog er im Herbst 1859 nach München, wo er anfangs Schüler von K. Millner, dann (1869) von A. Lier wurde. Er hat sich vorherrschend mit der Marinemalerei beschäftigt. Viele seiner Bilder in balt. Privatbesitz. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm zwei Marinen und eine Landschaft.