Rigasche Ztg. 1870 Nº 35, 120, 170; 1876 Nº 270. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 152–153.

Timm, Ernst. Architekt. Geb. 27. November 1819 in Riga; gest. 1867 in Mariapol in Südrussland, Bruder des MalersJoh. Adolf T., studierte von 1838–42 in München und setzte seine Studien dann in Petersburg fort. Er war grösstenteils im südlichen Russland tätig.

Timm, Georg Wilhelm. Maler. Geb. 9. Juni 1820 in Riga als Sohn des Bürgermeisters Fried. T.; gest. 26. März (7. April) 1895 in Berlin, bezog 1835 die Kunstakad. in Petersburg als freier Zuhörer und schloss sich an den SchlachtenmalerA. Sauerweid an. Nachdem er durch mehrere militärische Darstellungen sich den Künstlerrang und die gr. silb. Med. erworben hatte, trat er 1843 eine Studienreise nach Frankreich an und wurde Schüler von Horace Vernet, mit dem er eine Studienreise nach Algier unternahm. 1846 kehrte er nach Petersburg zurück. Er beschäftigte sich anfangs mit Illustrationsarbeiten und gründete nach einer zweiten Reise nach Frankreich und einer Studienfahrt in den Kaukasus in Petersburg ein illustriertes Kunstblatt, das von 1851–62 unter dem Titel „Русскій художественный листокъ“ unter Beigabe vieler seiner Lithographien erschien, auch war er vielfach im Allerhöchsten Auftrage tätig. Ein durch angestrengtes Arbeiten eingetretenes Augenleiden veranlasste ihn 1862 nach Berlin überzusiedeln. Hier begann er sich mit der Malerei auf Porzellan und Fayence zu beschäftigen und es gelang ihm auf diesem Gebiet viel Neues und Interessantes zu schaffen. 1855 war er von der Petersburger Akademie zum Akademiker ernannt worden. Kaiser Wilhelm I. erteilte ihm den Rang eines Professors. Eine reiche Anzahl seiner Studien, viele Aquarelle und Gemälde im Besitz des städtischen Museums zu Riga.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 101–102. Derselbe in „Rigaer Tageblatt“ 1906, Nº 296. (Auch als Separatabdruck ersch.).

Timm, Johann Adolf. Maler. Geb. 14. Juli 1825 in Riga, Sohn des Kaufmannes Joh. Ulrich T., Vetter desVorigen; gest. 11. Juni 1899 in Riga, war zum Kaufmann bestimmt, trat aber im Oktober 1846 in die Dresdner Akad. 1854 liess er sich in Mitau als Porträtmaler nieder, ging aber 1863 zu weiterer Ausbildung nach München, wo er Studien zu grossen Historienbildern machte, die zum Schmucke des Treppenhauses im Gebäude der Grossen Gilde in Riga bestimmt waren. Eintretende Geistesumnachtung führte ihn ins Irrenhaus. Von ihm: Das Portr. des Oberpastors am Rigaschen Dom W. Hillner. Lithogr. — Die Niederlage der Schwertbrüder durch die Litauer. — Sieg des Grossfürsten Alexander Newski über den Deutschen Orden am 5. April 1242. (Skizzen zu den Treppenhausgemälden der Grossen Gilde in Riga. Photogr. im Bes. der Stadtbibliothek, Riga).

Inland 1854 S. 653. — Rigasche Stadtbl. 1873 S. 65. — Kurländische Gouvernements Ztg. 1854 Nº 75. — Rigasche Ztg. 1871 Nº 40. — Rigaer Tagebl. 1899 Nº 130. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. v. 19. Jahrh. S. 102.

Tode, Ernst Friedrich. Maler. Geb. 28. Mai 1858 in Pargola bei Petersburg, widmete sich anfangs dem Studium der Architektur im Polytechnikum zu Riga, wandte sich dann aber in München unter Otto Seitz der Malerei zu. Von 1885–87 lebte er in Charkow als Porträtmaler und ging dann zu weiterer Ausbildung nach Düsseldorf. Von 1891–96 wirkte er als Lehrer an der Rigaschen Kunstgewerbeschule. 1895 gründete er eine Glasmalereianstalt, die sich aus bescheidenen Anfängen in überraschend kurzer Zeit unter seiner Leitung zu einem hervorragenden Kunstinstitut aufgeschwungen hat. Zu den bedeutendsten Arbeiten der Anstalt gehören: Die Fenster der Sakristei der Petrikirche in Riga, die Altarfenster der katholischen Katharinenkirche in Petersburg, die Fenster der reformierten Kirche daselbst, die Altarfenster in der Kirche der Chevalier-Garde daselbst, die Apsidenfenster in der Synagoge in Kiew, die Fenster im Chor der St. Johanneskirche in Riga und die grossen Transeptfenster im Dom zu Riga. Auch mehrere monumentale Arbeiten für Privatbauten in Riga, Moskau und Odessa sind aus der Anstalt hervorgegangen.

W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 136, 142.

U

Ulprecht, Ernst Markus. Dilettant. Geb. 28. November 1770; gest. 2. Dezember 1831 in Dorpat, war ein Stiefsohn des ProfessorsJoh. Chr. Brotze und besass wie dieser ein bedeutendes Zeichentalent. Er studierte in Dorpat, wurde später Konservator des Naturalien-Kabinetts der Universität und hielt Vorlesungen über Mineralogie. Er hat viele hübsche Ansichten livländischer und finnländischer Gegenden gezeichnet, davon mehrere vonK. A. Senff und J. A. Darnstedt in Kupfer gestochen und zum Teil in der „Livona“ und in „Livona’s Blumenkranz“ veröffentlicht sind.