Dem Fürsten geschah das, was ihm bei solchen Anstößen jedesmal zu geschehen pflegte; er wußte gar nicht, was er von dem allen denken sollte. Er begnügte sich mit einigen französischen Brocken ohne sonderliche Bedeutung, die er dem Prinzen zuwarf und die dieser mit ebensolchen erwiderte.

Der Prinz war schon zur Türe heraus, als Hedwiga plötzlich, im ganzen Wesen verändert zum Fußboden niederstarrte und mit einem seltsamen das Herz durchschneidenden Ton laut rief: Ich sehe die blutige Spur des Mörders! — Dann schien sie aus dem Traum zu erwachen, drückte Julien stürmisch an ihre Brust und lispelte ihr zu: Kind, mein armes Kind, laß Dich nicht betören!

Geheimnisse, Einbildungen, Albernheiten, Romanenstreiche, sprach der Fürst verdrießlich. Ma foi, ich kenne meinen Hof nicht mehr! Meister Abraham! Ihr bringt meine Uhren in Ordnung, wenn sie nicht richtig gehen; ich wollt', Ihr könntet hier nachsehen, was für Schaden das Räderwerk genommen, das sonst niemals stockte. — Doch was ist das mit dem Severino?

Unter diesem Namen, erwiderte der Meister, ließ ich in Neapel meine optische und mechanische Kunststücke sehen.

So — so, sprach der Fürst, sah den Meister starr an, als schwebe ihm eine Frage auf den Lippen, drehte sich aber dann schnell um und verließ schweigend das Zimmer. —

Man hatte geglaubt, die Benzon befinde sich bei der Fürstin, dem war aber nicht so; sie hatte sich in ihre Wohnung begeben.

Julia sehnte sich nach der freien Luft; der Meister führte sie in den Park und lustwandelnd durch die halbentlaubten Gänge sprachen sie von Kreisler und seinem Aufenthalt in der Abtei. Sie waren an das Fischerhäuschen gekommen. Julia trat hinein, um sich zu erholen; Kreislers Brief lag auf dem Tisch; der Meister meinte, es sei gar nichts darin, das Julia Scheu tragen dürfe zu erfahren.

Während Julia den Brief gelesen, hatten sich ihre Wangen höher gefärbt, und sanftes Feuer, Abglanz des erheiterten Gemüts, strahlte aus ihren Augen.

Siehst du wohl, mein liebes Kind, sprach der Meister freundlich, wie der gute Geist meines Johannes auch aus der Ferne tröstend zu Dir spricht? Was hast Du von bedrohlichen Anschlägen zu fürchten, wenn Standhaftigkeit, Liebe und Mut Dich schützen vor den Bösen, die Dir nachstellen.

Barmherziger Himmel, rief Julia mit emporgerichtetem Blick, schütze mich nur vor mir selber! Sie erbebte wie im jähen Schreck über die Worte, die sie willenlos ausgestoßen. Halb ohnmächtig sank sie in den Sessel und bedeckte mit beiden Händen ihr glühendes Antlitz.