Abb. 96. Der Morseschreiber (Seitenansicht).
Zur Erklärung der Schaltungsweise der elektrischen Hausklingel stellte Rudi eine Tafel auf, deren Zeichnung [Abb. 95] zeigt.
Der Morsesche Telegraph.
Der Morsesche Telegraphenapparat ist nicht so schwer herzustellen, wie es vielleicht manchem scheinen möchte. Die ganze Konstruktion ist aus den beiden [Abb. 96] (Seitenansicht) und [97] (Grundriß) zu erkennen. a ist das Grundbrett; b₁ und b₂ sind die Achsenträger für die Achse (c) des gleicharmigen Hebels d, der aus einem Holzstäbchen mit quadratischem Querschnitte herzustellen ist. Für c nehmen wir ein Messing- oder Eisenstäbchen, eventuell einen starken Nagel. Die Achse soll im Hebel fest sitzen, sich in ihren Lagern in b₁ und b₂ aber leicht drehen lassen. In das eine Ende des Hebels wird der Anker, der mindestens 4 mm dick und 1 cm breit sein soll, eingelassen; das andere Ende wird mit einer Drahtöse versehen, in welche die Spiralfeder g eingehängt werden kann; letztere wird aus 0,6 bis 0,7 mm starkem Messingfederdraht durch Aufwickeln auf ein bleistiftstarkes Metallstäbchen hergestellt. Die Spannung regulieren wir erst später durch Verlängern oder Verkürzen des Aufhängehakens p. Statt der Spirale kann auch einfach eine Gummischnur verwendet werden.
Abb. 97. Der Morseschreiber (Aufsicht).
Der zweispulige Elektromagnet f wird ebenso hergestellt wie der der elektrischen Klingel; er muß aber etwas größer und stärker sein. Auf dem Hebel d wird an dem Ankerende ein etwa 1 cm breiter Blechstreifen aus gehämmertem, 0,5 bis 0,7 mm starkem Messingblech angebracht. Dieser Streifen soll nahezu so lang sein wie der Hebel selbst. Das vorderste Ende (1 cm) wird rechtwinkelig aufgebogen und ein kurzes Stückchen Messingrohr mit etwa 5 mm lichter Weite, in das wir später einen weichen Bleistift stecken, wird daselbst festgelötet. In den Lagerträgern i₁ und i₂ sind, wie dies in [Abb. 98] zu sehen ist, zwei gedrehte Holzwalzen (k₁ und k₂) eingelassen, die 1,5 bis 2 cm dick sind. Der eine Lagerfortsatz der Walze k₂ muß etwas länger sein, damit wir eine Kurbel an ihm befestigen können.
Abb. 98. Rollen zur Bewegung des Papierstreifens (Schnitt).
Da beide Walzen stets fest aufeinanderliegen müssen, so sind die Lager von k₁ so einzurichten, daß sie vermittels zweier Schrauben niedergedrückt werden können, wie dies aus [Abb. 99] zu ersehen ist: Aus dem oberen Ende des Lagerträgers i wird ein rechteckiges Stück (a), das die Bohrung für die Rollenachse enthält, herausgesägt und der dadurch entstandene rechteckige Einschnitt noch etwas vertieft. Damit a nicht nach außen herausfallen kann, werden die Enden der Rollenachsen, nachdem die Stückchen a darübergeschoben sind, mit kleinen Scheibchen (c, [Abb. 98]) beklebt. Durch Aufschrauben des Leistchens b ([Abb. 98] und [99]) wird a niedergedrückt, und dadurch werden die beiden Rollen, die wir noch je mit einem Stückchen Gummischlauch überziehen, aufeinandergepreßt. Die Lagerträger i sind so auf a anzuschrauben, daß k₁ gerade unter das Messingröhrchen, das wir am Ende von h angelötet haben, zu liegen kommt. Die beiden Träger l₁, l₂ haben oben offene Einschnitte, so daß wir den runden Holzstab, auf den wir die Papierstreifenrolle aufschieben, bequem einsetzen können. Nun führen wir noch die beiden Drahtenden des Elektromagneten zu zwei Klemmen an einem Ende des Brettchens a.