20. Perlen-Wulstling. Perlpilz. Eßbar.
Amaníta pustuláta Schaeff. (A. rubéscens Pers.)
Im Volksmunde der hellrote Fliegenpilz genannt, besitzt er einen schmutzig-rötlichen, blaß-fleischfarbigen, braunrötlichen oder bräunlichen Hut, der mehr oder weniger mit Pusteln besetzt ist, ähnlich wie der Fliegenpilz. Unter der leicht abziehbaren Oberhaut zeigt sich das Fleisch blaßrötlich, ist aber im Innern weiß.
Die Blätter sind anfangs weiß, erst im Alter etwas rötlich und dicht stehend.
Der ganz besonders in der Jugend kegelförmige, ebenfalls rötlich angehauchte Stiel streckt sich später ziemlich gleichmäßig schlank und walzig. Vom Hute laufen bis ans Ende der Manschette feine Striche. Der Fuß des Stieles läuft in einen mit Schuppen und Warzen bedeckten Knollen aus.
Der Geruch ist schwach, der Geschmack anfangs mild, später etwas kratzend.
Zeit: Ziemlich früh und ist im Herbste seltener zu finden.
Standort: Vorzugsweise in hohem Stangenwalde, sowie in wenig begrasten Gebüschen.
Wert: Nach dem Abziehen der Oberhaut bildet er einen vorzüglichen Speisepilz (siehe [„Wie schützt man sich vor Pilzvergiftungen“], S. 19). Zum Trocknen eignet er sich nicht, wohl aber zum Gemüse und Einmachen und besonders zum Bereiten von Pilzextrakt (siehe [S. 15]).
In verschiedenen Fällen ist der Perlen-Wulstling mit dem so giftigen Königsfliegenpilz verwechselt worden. Dieser hat aber stets die reine ledergelbliche oder dunkelrotbraune, also keine fleischfarbig-rötliche Oberhaut. Auch zeigt der Königsfliegenpilz unter der Oberhaut die gelbrote Farbe des Fleisches wie der Fliegenpilz, während die des Perlpilzes fleischrot ist. Man vergleiche nur scharf die Abbildungen (siehe auch [Abb. 21]) und die Beschreibungen.