»Was machen Sie denn da, Verehrteste?« fragt der Specht, als der Zudringlichste; denn die Blauvögelein haben etwas Schüchternes, sie mischen sich nicht gern in anderer Leute Angelegenheiten und sind nicht weltgewandt wie der Herr Gelbspecht.
»Ich spinne,« sagt die Spinne ernsthaft.
»Ja, das sehen wir,« entgegnete der Specht, »aber, meine Gnädigste, was spinnen Sie?«
»Ein Netz,« sagt die Spinne.
Die Blauvögel stoßen ein leises, glucksendes Lachen aus, und der Specht hämmert entrüstet gegen den Baum.
Jetzt schlingt die Spinne einen letzten Knoten und krabbelt langbeinig davon: »Es muß fertig werden zur Ausstellung, die wird heute Abend eröffnet,« ruft sie zurück.
»Ausstellung?« fragen die poetisch-unwissenden Blauvögel und schlagen verwundert mit den Flügeln. »Von was? Wozu? Davon haben wir noch nie etwas gehört.«
»Ja, das glaube ich,« lächelt der Specht mitleidig, »Ihr schwebt ja immer in den Lüften und schwärmt für Sonnenuntergänge, düstere Waldpartien mit Lichteffekten und dergleichen Humbug. Ich weiß wohl, das Getier da unten auf der Erde hält eine Weltausstellung –«
»O, da laßt uns hingehen,« jubeln die Blauvögel. »Aber wo ist sie denn?«
In der Nähe erhebt sich plötzlich ein nimmer endenwollendes Geschrei, Gekrächze, Gejohle –