Dicht daneben tanzen ein paar Grashüpferdamen Ballett auf einer Schaukel von Grashalmen, und springen so hoch, daß man sie kaum noch sehen kann, während auf der andern Seite ein paar Mäusejünglinge in grauen Tricots mit aus Nußschalen gedrechselten Bällen auf kunstgerechte Weise Baseball spielen.
Dieser ganze Wirrwarr, der Lärm und das Getöse, dies Hin und Her, wirkt ungeheuer ermüdend auf die Nerven ungeübter Zuschauer, und unsere Blauvögel piepsen und flüstern miteinander, und fühlen sich recht ungemütlich.
»Musik, meine Herrschaften, hören Sie unsere allermodernsten Vorträge,« ruft jetzt der Hirschkäfer. Alles stürzt nach einem hübsch mit Tannennadeln bestreuten freien Platz. Auf einem Tannenzapfen steht erhobenen Armes eine große Locuste, so eifrig gestikulierend, daß ihr die Augen vor den Kopf treten; und um sie her scharen sich allerlei musikalisch beanlagte Tiere. Nun gibt der Herr Kapellmeister das Zeichen, indem er seine Fühlhörner weit ausstreckt, und das Konzert braust durch das Tannendickicht. Sämtliche Grillen des Waldes zirpen so laut sie können, dazu schnarren die Locusts, pfeifen die Mücken, brummen die Käfer aller Art; die Kaninchen gebrauchen kräftig ihre Trommelstöcke – ein Höllenlärm!
»Ist das nicht herrlich?« fragt der Hirschkäfer unsere Vögel.
»Sehr schön,« entgegnete der Gelbspecht, »nur etwas unverständlich.« Der Staar macht ein sehr gebildetes Gesicht, und die Blauvögel meinen schüchtern:
»Es ist aber recht eintönig, und immer so dudelig.«
»Das ist ja gerade das Schöne,« sagt stolz Kapellmeister Locuste, »sehen Sie, wie gut Sie es verstanden haben? Es war unsere Nationalhymne – der Moskito-Doodle!«
Den Blauvögeln kam die Sache immer problematischer vor, und als vollends der Herr Mistkäfer mit der ganzen Familie auf sie zukommt und sie freundlich auch mit dem Nützlichen der Ausstellung bekannt machen will – die verschiedenen Blätterpräparate, wie Regenmäntel, Schirme und schützende Laubdächer und Haushaltungsgegenstände aller Art; ferner Delikatessen: Tauwein über Grashalme abgezogen, dazu Konfekt mit dem kuriosen Namen Fliegendreck, Misthäufchen, Schneckengelee etc. – da fliegen unsere Blauvögel entsetzt kerzengerade in die Höhe und davon, und auch der Herr Staar, trotz seiner Gleichheitsideen, meint: »es wäre doch recht gemischte Gesellschaft, und überhaupt vertrüge sich die Heiterkeit dieser Ausstellung nicht mit seiner ernsten Geistesrichtung,« während Herr Gelbspecht übermütig erklärt:
»Nein, mir gefällt es hier famos! Ich will erst den ganzen Schwindel sehen, und wenn mir die dicke, fette Fliege da morgen im Sonnenschein begegnet, so fresse ich sie auf vor lauter Liebe.«
Hoch oben auf einer Berghöhe, von wo man weit über Baum und Strauch hinüberblickt – dahin haben sich die Blauvögelein geflüchtet, und der Staar gesellt sich zu ihnen, weil er just nichts Besseres zu thun hat. Außerdem hält er die Blauvögel für recht belehrungsbedürftige Wesen, denen eine kleine Pauke über »die langsam sich vollziehende Umwälzung der Weltordnung« gar nichts schaden kann.