»Ja, und er trägt rot und weiß gestreifte Hosen und einen blauen Rock,« sagt Puck, »und er kaut Tabak, und er flucht englisch, wenn die andern seinem Geldsack zu nahe kommen.«

»Ach, und jener dort – mit großen Sprüngen, mit ellenlangen Schritten setzt er dem kleinen Irrlicht nach, das über Berg und Thal, durch Sumpf und Morast vor ihm herhüpft, und sieh' nur, wie seine Frau sich anstrengt, mitzukommen.«

»Sieh, sie hebt ihre schönen, seidenen Kleider auf, daß sie nicht schmutzig werden, und patsch! springt sie mit beiden Füßen in die Wasserlache – nachher läßt sie die Kleider wieder drüber hängen – dann sieht man ihre beschmutzten Füße nicht – und guck! das Irrlicht sieht aus wie ein Ordensbändchen.«

»O, aber hier, wie schrecklich – sie bücken sich tief zur Erde, damit andere auf ihre Rücken treten können und weiter schreiten dort hinauf, wo es so glitzert und gleißt wie von Prunk und Geschmeide. – Und dort läßt sich einer schlagen – ach, geduldig und wehrt sich nicht!«

»Liebes Kind,« sagt der Gesell, »die sind aus dem Land, wo die Bedienten gut geraten.«

»Lieber Gesell – o siehst Du den Mann dort in der Ferne – mit bleichen Lippen, mit rollenden Augen? Siehst Du, wie er mordet und zittert und flucht und betet, wie er angstvoll sich windet –«

»Liebes Kind – der sitzt auf einem Thron, der wackelt hin und her, und er trägt den Wahnsinn als Krone und als Scepter eine blutrote Brandfackel – wenn er die von sich schleudert, dann bebt die Erde von Kanonendonner und Menschengestöhn – und ›Väterchen‹ nennt sich der Mann, liebes Sonntagskind.«

»Ach, mein Geselle, wo wollen die vielen Menschen hin, die dort mit den feinen, kostbaren Kleidern angethan, die ein mit Silber beschlagenes Buch und einen Geldbeutel in den Händen tragen, die, mit den frommen, ergebenen Gesichtern –«

»In die Kirche, Du dummes Sonntagskind, auf daß der Prediger ihnen in tönenden, salbungsvollen Worten die Angst vom Herzen rede. Dann thun sie, als ob sie's glauben, was er sagt, und gehen neugestärkt nach Hause und – leben weiter.«

»Und siehst Du jene Schar dort, mein Geselle, Ballettänzer scheinen sie zu sein. Hei! was sie für Sprünge machen! – Schau, die wunderlichen Gesten, und wie elegant sie zu posieren verstehen – dem Publikum eine rechte Augenweide. Aber doch – ich glaube sie thun nur so, es ist ihnen nicht wohl ums Herz – sie schauen bleich aus, trotz Schminke und Puder. – Sag, mir, was sind's für Leute?«