Sulzer: »Musik ist die Kunst, durch Töne unsere Leidenschaften auszudrücken, wie in der Sprache durch Worte.« (Theorie der schönen Künste.)

J. W. Böhm: »Nicht den Verstand, nicht die Vernunft, sondern nur das Gefühlsvermögen beschäftigen der Saiten harmonische Töne.« (Analyse des Schönen der Musik. Wien 1830. S. 62.)

Gottfried Weber: »Die Tonkunst ist die Kunst, durch Töne Empfindungen auszudrücken.« (Theorie der Tonsetzkunst, 2. Aufl. I. Bd. S. 15.)

F. Hand: »Die Musik stellt Gefühle dar. Jedes Gefühl und jeder Gemütszustand hat an sich und so auch in der Musik seinen besonderen Ton und Rhythmus.« (Ästhetik der Tonkunst, I. Bd. 1837. § 24.)

Amadeus Autodidaktus: »Die Tonkunst entquillt und wurzelt nur in der Welt der geistigen Gefühle und Empfindungen. Musikalisch melodische Töne (!) erklingen nicht dem Verstande, welcher Empfindungen ja nur beschreibt und zergliedert, … sie sprechen zu dem Gemüt« usw. (Aphorismen über Musik. Leipzig 1857. S. 329.)

Fermo Bellini: »Musica è l'arte, che esprime i sentimenti e le passioni col mezzo di suoni.« (Manuale di Musica. Milano, Ricordi. 1853.)

Friedrich Thiersch: Allgemeine Ästhetik (Berlin 1846) § 18. S. 101: »Die Musik ist die Kunst, durch Wahl und Verbindung der Töne Gefühle und Stimmungen des Gemütes auszudrücken oder zu erregen.«

A. v. Dommer: Elemente der Musik (Leipzig 1862): »Aufgabe der Tonkunst: Die Tonkunst soll Gefühle und durch das Gefühl Vorstellungen in uns erregen.« (S. 174.)

Rich. Wagner, »Das Kunstwerk der Zukunft« (1850. Gesamm. Schr. III, 99 und ähnlich sonst): »Das Organ des Herzens ist der Ton, seine künstlerisch bewußte Sprache die Tonkunst.« In den späteren Schriften freilich werden Wagners Definitionen noch nebelhafter; da ist ihm Musik gleich »Kunst des Ausdrucks« überhaupt (in »Oper und Drama«, Ges. Schriften III, 343), die ihm als »Idee der Welt« befähigt scheint, »das Wesen der Dinge in seiner unmittelbarsten Kundgebung zu erfassen« usw. (»Beethoven«. 1870. S. 6 ff.).