Zum Titelblatt.
Auf diesem Blatte sehen wir links den Bergmann, rechts den Hüttenmann in seiner Paradekleidung. In der Mitte ist das Wappen der Stadt Freiberg als Metropole des sächsischen Bergbaues eingefügt, und es erstrecken sich daher die bildlichen Darstellungen nur auf den Freiberger Bergbau. Im Hintergrunde sieht man links Grubengebäude, rechts Hüttenwerke. Das Ganze umschliesst ein Kranz von Epheu zum Zeichen des hohen Alters und immer noch frischen Glanzes beim Freiberger Bergbau. Darüber der bergmännische Gruss:
Glück auf!
Das Glöcklein klingt, der Morgen graut,
Da wird's im Bergmannshüttchen laut,
Denn ruft die Arbeit, ruft die Schicht,
Da säumt der brave Bergmann nicht!
Er springt vom Lager wohlgemuth,
Denn rüstig stets ist Bergmannsblut.
Schnell ist der Kittel angethan
Und seine Blende steckt er an.
Den Riegel löst er von der Thür
Und steht schon auf der Schwelle schier;
Da wirft noch einmal er den Blick
Auf seiner Hütte stilles Glück u. s. w.
Diese schönen Worte des Bergmannsgrusses von Döring versinnlichen uns auch ohne bildliche Darstellung den Bergmann vor der Schicht, wie er seine Wohnung verlässt, um mit seinen bergmännischen Brüdern nach dem vom Petersthurme der Stadt oder dem Huthause der Grube gegebenen Glockensignale zur Grube zu eilen. Gleich Ameisen sieht man die Bergleute jung und alt oft stundenweit auf ihrem schweren Berufswege dahinziehen, um ihr Tage- und Nachtwerk zu beginnen.
Zu Blatt 1. Das Gebet.
Zum gemeinschaftlichen Gebet versammelt sich das Bergvolk in der Betstube des Huthauses. Der Obersteiger sitzt an der Tafel oben an, neben ihm die Untersteiger, Gänghäuer und die Zimmerlinge. Die Häuer, Knechte und Jungen nehmen die Bänke ein. Das Gebet, besonders für Bergleute zur Erbauung eingerichtet, wird von einem Bergmann laut vorgesprochen und hierauf von Allen ein Lied gesungen. Nach dem Gebet verliest der Obersteiger die Mannschaft und vertheilt unter sie die Arbeit.
Zu Blatt 2. Die Anstellung.
Wir sehen hier die Mannschaft vom Huthause weg nach dem Schachte gehen. Jeder trägt sein nöthiges Gezäh (die Arbeitsinstrumente) oder die Materialien, welche er zur Arbeit braucht. Gewöhnlich fahren immer Mehrere zusammen in denjenigen Schacht, der ihrer Arbeit zunächst liegt, weshalb sie sich vor oder in der Kaue oder dem Goepelgebäude versammeln. Hier werden auch gewöhnlich die Neuigkeiten des Tages ausgetauscht und die letzte Minute bis zur nöthigen Einfahrt verplaudert.