In diesem Bilde ist eine Bühne (Ruheplatz im Schachte) dargestellt. Solche Bühnen befinden sich in regelmässigen Entfernungen von einander, viele in jedem Schachte, denn es würde zu gefahrvoll und zu ermüdend für die Bergleute sein, müssten sie ohne Unterbrechung in die oft sehr tiefen Schächte einfahren. Auf einer solchen Bühne wird ein wenig geruht und gewöhnlich tüchtig geschnupft, denn das Tabakrauchen ist in den Gruben und überhaupt bei der Bergarbeit verboten, darum halten sie es während der Schicht mit der Dose, doch auf dem Zechenwege wie im Hause darf dann auch die Pfeife nicht kalt werden.
Zu Blatt 4. Häuer vor Ort.
Wie ein hohes Gebäude sich in verschiedene Etagen eintheilt, in welche man durch die Treppe gelangt, eben so gelangt man mittelst des Schachtes in die verschiedenen Gänge (Strecken) der Grube. Ort nennt der Bergmann das Ende einer solchen Strecke, mag sie lang oder kurz sein, es ist dessen Forttreiben vom Schachte aus, eine der wichtigsten bergmännischen Arbeiten. Man sieht in dem Bilde zwei Häuer vor Ort; der eine arbeitet nach oben, der andere nahe der Sohle desselben. Das durch Schlegel und Eisen oder durch Bohren und Schiessen losgearbeitete Gestein oder Erz wird bei einer kleineren Grube durch Karren und Kübel, bei grösseren Gruben hingegen durch englische Förderwagen und Tonnen zum Schachte und von hier ab durch Menschen-, Thier-, Wasser- oder Dampf-Kraft zu Tage gefördert.
Zu Blatt 5. Der Förstenbau.
Zwischen zwei solchen in regelmässiger Entfernung unter einander liegenden Strecken wird nun das Erz abgebaut und zwar beim Förstenbau von einer tiefer gelegenen Strecke nach einer höheren, in treppenartigen Absätzen. Man sieht auf dem vorliegenden Bilde die Häuer beschäftigt, die Gesteins- oder Erzmassen durch Sprengarbeit zu gewinnen. Der Gänghäuer vertheilt eben das Pulver und auf einem tiefer liegenden Absatz sieht man auch den Obersteiger die Gang- oder Erzmasse mit dem Lichte beleuchten und prüfen. Ein Grubenjunge fördert mit der Kratze die gewonnenen Massen in die Rolle (schachtartige Oeffnung) nach der darunter liegenden Strecke, woselbst sie mit Hunden oder Förderwagen auf Eisenbahnen nach dem Füllort des Schachtes transportirt wird.
Zu Blatt 6. Eine Verunglückung.
In diesem Bilde ist der Fall vorgestellt, wo ein vom Seile durch irgend einen Zufall beim Haspelziehen abgesprengter Kübel, mit Gesteinsmasse gefüllt, den Schacht hereingestürzt ist und den darunter stehenden Arbeiter erschlagen hat. Die meisten Unglücksfälle ereignen sich jedoch bei der Sprengarbeit, vorzüglich beim Besetzen (Laden) der Bohrlöcher und beim Ziehen der Nadeln u. s. w. Tödtlich sind sie verhältnissmässig seltener, aber besonders für die Augen gefährlich.
Zu Blatt 7. Das Füllort.
Derjenige Ort im Schachte, von welchem aus die horizontalen Gänge oder Strecken nach den verschiedenen Erzbauen gehen, heisst das Füllort, weil hier die Kübel oder Tonnen, mit Erz oder taubem Gestein gefüllt, durch Menschen- oder Maschinenkraft bis zu Tage gefördert werden. In dem Bilde sehen wir einen Kunst- und Treibeschacht vor uns, wo eben im letzteren eine Tonne gefüllt wird. Der Hundestösser bringt vom Orte oder dem Erzbaue aus taubes Gestein oder Erz in dem englischen Förderwagen herbei. Im Vordergrunde befinden sich im Ausfahren begriffen zwei Studirende, von einem Untersteiger begleitet. Ein Häuer kommt eben von einer tieferen Strecke den Schacht herausgefahren.