Zu Blatt 8. Die Hängebank.

Dieses Blatt stellt das Innere eines Treibegöpelgebäudes vor. Die Mannschaft fährt nach vollbrachter Schicht aus und verlässt nach und nach das Gebäude, um sich wieder zum Gebet auf dem Huthause mit den Wiedereinfahrenden zu versammeln. Alte Leute ruhen gewöhnlich erst ein wenig von der Anstrengung einer vielleicht tiefen Fahrt aus, ehe sie den Göpel verlassen. Die Treibetonne, so wie auch der Auslaufkarren sind in ruhende Stellung gebracht.

Zu Blatt 9. Die Heimkehr.

Nach Beendigung des Gebetes verlässt jeder Bergmann das Huthaus und eilt nach Hause. Wir sehen auf dem Bilde die Heimkehr eines Familienvaters, wie er von den Kindern umringt wird. Dem kleinsten Kinde auf der Mutter Armen bringt er Beeren mit, die er auf dem Heimwege gepflückt hat. Selbst der Hund und die Ziege bezeigen ihren Antheil an der Freude. Da die Schicht eines Bergmanns gewöhnlich nur acht Stunden währt, so benutzen fleissige Bergleute die übrige Zeit zu verschiedenen lohnenden Nebenarbeiten, je nach der Geschicklichkeit, die sie besitzen. Weniger gefahrvoll, doch immer anstrengend genug sind die Arbeiten der Bergleute über Tage in der Scheidebank und Wäsche.

Zu Blatt 10. Die Scheidebank.

Hier sehen wir die bergmännische Jugend versammelt, Jungen vom 14. Jahre an. Sie scheiden mit der Hand die reicheren Erze vom tauben Gestein, mit dem es in der Grube auf den Erzgängen bricht. Der Scheidesteiger belehrt und beaufsichtigt sie, doch benutzen sie dennoch jeden unbeobachteten Augenblick zu muthwilligen Ausbrüchen, welche sie dann mit den sogenannten Vogelpolzen, eine vieltheilige Peitsche, deren Enden mit Knoten versehen sind, durch einige Schläge büssen müssen. Es ist ein eigenthümlich lebendiger Anblick, vielleicht fünfzig solche Jungen in emsiger Arbeit begriffen zu sehen, wobei es, wenn sie nicht Takt im Schlagen halten, einen betäubenden Lärm giebt.

Zu Blatt 11. Das Pochwerk.

Aus der Scheidebank kommt das weniger edle Erz zum Pochen (bis zur Mehlfeinheit) in das Pochwerk. Durch Maschinenkraft werden starke hölzerne Stempel, welche am unteren Ende mit schweren Eisen versehen sind, in die Höhe gehoben, um beim Niederfallen das darunter geschaufelte Erz zu zermalmen. Ein daneben aufgestelltes, durch die Maschine bewegtes Sieb sondert beim Durchwerfen die feinern von den gröberen Theilen, welche letztere dann nochmals unter die Pochstempel gebracht werden müssen. Das fein gepochte Erz wird hierauf mit einem Karren in die Erzkammer gebracht und in diesem Zustande in die Hüttenwerke abgeliefert. In den Pochwerken und Wäschen ist immer viel Zuspruch von Neugierigen, vorzüglich wenn sie nicht weit von der Strasse liegen, doch ein mündliche Erklärung wegen des Höllenlärmes darin kaum möglich.

Zu Blatt 12. Der Rohofen.

Von der Grube werden die Erze in Pulverform an die Schmelzhütten abgeliefert und hier je nach ihren Bestandtheilen und ihrem durch Proben im Probirofen ermittelten Gehalte an Silber gemischt. Eine solche Mischung nennt der Hüttenmann eine Beschickung. Letztere wird nun entweder im rohen Zustande (bei der Roharbeit) oder im gerösteten (bei der Bleiarbeit) mit den nothwendigen Zuschlägen an Schmelzstoffen über Schachtöfen bei Anwendung von Koaks und einem starken Gebläse verschmolzen. Die in der Beschickung enthaltenen Erz- oder Metalltheile sondern sich von den erdigen Theilen und sammeln sich im untersten Theile des Ofens im geschmolzenen Zustande an; über ihnen befinden sich die ebenfalls geschmolzenen oder überhaupt unhaltigen Theile der Beschickung als Schlacken. Letztere werden von Zeit zu Zeit abgezogen, die ersteren dagegen in längern Zeiträumen durch das sogenannte Stichloch, eine Oeffnung, die in den untersten Theil des Ofens führt und für gewöhnlich verschlossen gehalten wird, in eine Vertiefung abgelassen (abgestochen). Bei der Bleiarbeit ist dieses Product silberhaltiges Blei, dasselbe wird aus dieser Vertiefung in eiserne Formen (Pfännchen) gegossen.