Fig. 827. Diagramm der Grasblüte. Die fehlenden Teile matt punktiert. ax Achsenende der Ährchenachse, pi palea inferior, ps palea superior (äußeres Perigon), l Lodiculae (inneres Perigon), st äußerer, st′ innerer Staubblattkreis, c laterale Fruchtblätter c′ dorsales Fruchtblatt. Nach J. SCHUSTER.
Fig. 828. Festuca elatior. A Ährchen (vgl. [Fig. 826]) mit zwei offenen Blüten, unten die beiden sterilen Hüllspelzen. Vergr. 3. B Die Blüte; vorn die beiden Lodiculae, hinten die Vorspelze (palea superior), Fruchtknoten mit federartigen Narben. C Eine Lodicula. D Fruchtknoten, von der Seite, mit dem Stiel einer abgeschnittenen Narbe. B-D Vergr. 12. Nach H. SCHENCK.
Fig. 829. Medianer Längsschnitt durch den unteren Teil eines Weizenkorns. Links unten der Keim mit dem Scutellum sc, l′ Ligula, vs Leitbündel des Scutellum, ce sein Zylinderepithel, c Scheidenteil des Kotyledons, pv Stammvegetationskegel, hp Hypokotyl, l Epiblast, r Radicula, cl Wurzelscheide, m Austrittsstelle der Radicula, p Fruchtstiel, vp sein Leitbündel, f Seitenwandung der Furche. Vergr. 14. Nach E. STRASBURGER.
Nicht immer ist der Bau so stark reduziert; so hat die Reisblüte ([Fig. 832]) ein vollzähliges Andröceum, ebenso die Bambuseen, welche daneben drei Griffel besitzen und auch drei Lodiculae aufweisen. Streptochaeta endlich hat eine normale pentazyklische Monokotylenblüte, deren Gynäceum der Anlage nach dreizählig ist. Man ist daher berechtigt, die Lodiculae als dem inneren Perianthkreis entsprechend anzusehen, während die Vorspelze zwei verwachsene Blätter des äußeren Perianthkreises, dessen drittes fehlt, darstellen könnte. Im Gynäceum ist von den ursprünglichen drei Karpellen meist nur ein, aus den zwei lateralen Fruchtblättern gebildetes, Doppelblatt übrig geblieben. Nach dieser Auffassung, die z. B. von GOEBEL vertreten wird, gelangt man zu dem umstehenden Diagramm ([Fig. 827]).
Über die Windblütigkeit der Gräser vgl. [S. 479]. Die Frucht zeigt eine innige Verwachsung von Frucht- und Samenschale, sie wird Karyopse genannt. Der Embryo liegt dem stärkereichen Endosperm seitlich mit seinem Kotyledon, dem Scutellum, an, welches bei der Keimung als Saugorgan die Aufnahme der gespeicherten Reservestoffe bewirkt ([Fig. 829]).
Fig. 830. Getreidearten. A Roggen. Secale cereale. B Spelt, Triticum Spelta. C Zweizeilige Gerste. Hordeum distichum. D Weizen, Triticum vulgare. — D Offizinell.