b) Epidermis und Mesophyll. Das Laubblatt wird allseits von einer typischen Epidermis umschlossen. Sie ist auf der Blattunterseite besonders reich an Spaltöffnungen, die der Oberseite nicht selten ganz fehlen (z. B. bei fast allen Laubbäumen).

Fig. 131. Blatt der Liliacee Phormium tenax (des neuseeländischen Flachs). 1 Blattquerschnitt. Sc Sklerenchymplatten und -stränge. A Grünes Assimilationsparenchym. H Epidermis (Wasserspeicher). W Farbloses Mesophyll (innere Wasserspeicher). 2 Randpartie desselben Blattes. E Stark verdickte und gebräunte Epidermis. R Randbündel aus Sklerenchymfasern. Nach NOLL.

Fig. 132. Querschnitt durch das Blatt der Buche (Fagus silvatica). ep Epidermis der Oberseite, ep″ Epidermis der Unterseite, ep‴ längsgestreckte Epidermiszellen über einem der Leitbündel, die der Querschnitt durch das Blatt der Quere nach trifft, pl Palisadenparenchym, s Trichterzellen, sp Schwammparenchym, k kristallführende Sekretzellen, k′ eine Kristalldruse, st Spaltöffnung. Vergr. 360. Nach STRASBURGER.

Man findet an der Unterseite durchschnittlich 100–300 Spaltöffnungen auf dem Quadratmillimeter; doch kann diese Zahl in einzelnen Fällen bis über 700 steigen. Isolaterale Blätter pflegen auf beiden Seiten, Schwimmblätter nur oberseits Spaltöffnungen zu besitzen.

Die Blattepidermis kann auch ein Wasserspeicher sein. Besonders in diesem Falle ist sie nicht selten mehrschichtig.

Das von der Epidermis umschlossene Gewebe der Blattspreite zwischen den Rippen besteht hauptsächlich aus Parenchym, das man als Mesophyll bezeichnet. Darin sind die feineren Nervenäste eingebettet. Auf die Epidermis der Oberseite ([Fig. 132] ep) pflegen eine bis drei senkrecht zur Oberfläche gestreckte Lagen zylindrischer (schlauchförmiger) Parenchymzellen zu folgen, die Palisadenzellen (pl). Sie sind besonders chlorophyllreich, bilden also ein Assimilationsparenchym und sind meist seitlich voneinander durch enge Interzellularen getrennt. Oft neigen die Palisadenzellen mit ihren unteren Enden deutlich zu Büscheln zusammen ([Fig. 132]) und schließen an trichterförmig erweiterte Zellen (die Trichterzellen s) an.

Die Dicke der Palisadenschicht ist bei den Blättern mancher Bäume, z. B. der Rotbuche, verschieden: in den „Schattenblättern“ viel geringer als in den „Sonnenblättern“. Ein direkter Einfluß der Belichtung liegt da aber nach den Untersuchungen NORDHAUSENs[73] nicht vor. Es gibt auch Pflanzen (z. B. Lactuca scariola), die nur in stark beleuchteten Laubblättern Palisaden ausbilden.