Sobald Knyphausen die Kanonen von Cornwallis donnern hörte, überschritt er den Brandywine bei Chads Furt und griff die amerikanischen Verschanzungen an. Diese wurden eine Zeit lang von Wayne verteidigt, aber die Briten waren ihm schon im Rücken, so dass er spät am Nachmittag seine Stellung verlassen und nach Chester hin abziehen musste.

An diesem Tage waren hessische Truppen in beiden Kolonnen der britischen Armee. Die Jäger waren bei der Avantgarde der Division Cornwallis und hatten 40 Mann tot und verwundet. Die Kapitäns Ewald und Wreden erhielten den hessischen Orden »pour la vertu militaire« für ihr Verhalten bei dieser Gelegenheit. Dies war eine grosse Auszeichnung für sie, weil sie die ersten Offiziere vom Rang eines Hauptmanns waren, die mit diesem Orden dekoriert wurden. Der Gesamtverlust der britischen Armee in der Schlacht am Brandywine betrug 622 und der der Amerikaner ungefähr 1000 Mann. Unter den 10 oder 15 Kanonen, die den Amerikanern weggenommen wurden, waren zwei, welche in Trenton mit Ralls Brigade zusammen genommen worden waren.

Man nahm an, dass die Amerikaner sich eiligst zurückzogen; der Herbsttag neigte sich zu Ende. Zwei Bataillone britischer Grenadiere wurden vorgeschickt, um ein kleines Dorf auf einem Berge jenseits Dilworth zu besetzen. Die Bataillone gingen, ermüdet durch die Anstrengungen des Tages und übermütig gemacht durch ihren Sieg, etwas unvorsichtig vor. Die Offiziere hatten nicht den Säbel gezogen. Kapitän Ewald, der die Tête der Kolonne von Cornwallis den ganzen Tag über kommandiert hatte, hatte seine Leute ruhen lassen und war, da er selbst nichts besonderes zu thun gehabt hatte, mit den Grenadieren zusammen vorgeritten, um das Terrain zu rekognoszieren. Plötzlich, 50 Schritt von dem Dorfe entfernt, wurden sie von heftigem Musketenfeuer empfangen. General Macwell hatte sich mit der amerikanischen Arriere-Garde in das Dorf hineingeworfen, um Washingtons Rückzug zu decken. Zu gleicher Zeit beobachtete man, dass eine amerikanische Abteilung um den Berg herumkam, um die Engländer in der linken Flanke zu fassen. Ewald galoppierte zurück, um Unterstützungen heranzuziehen, und brachte zwei englische Regimenter unter General Agnew heran, welche sofort die Amerikaner angriffen und die Grenadiere retteten, die schon beinahe umringt waren. Die Nacht machte dem Gefecht ein Ende. Der englische Verlust in dieser kleinen Affaire war schwer; beinahe die Hälfte der beiden Bataillone und der grösste Teil ihrer Offiziere fielen, laut Bericht von Ewald.

Nachdem die britische Armee bei Head of Elk ausgeschifft war, hatte die englische Flotte die Chesapeake Bay verlassen. Inzwischen waren 7 englische Fregatten und 14 Transportschiffe mit Proviant von New-York im Delaware angelangt und nach Wilmington hinaufgegangen. Zwei Tage nach der Schlacht am Brandywine besetzte Cornwallis diesen Ort, welcher die Basis für die Verpflegung der Armee von nun ab bildete.

Die Engländer gingen weiter vor, ohne auf ernstlichen Widerstand zu stossen, obschon beständig Plänkeleien stattfanden und eine Abteilung unter General Wayne überrascht und geschlagen wurde. Am Morgen des 26. September 1777 rückte Lord Cornwallis an der Spitze von 2 englischen und 2 hessischen Grenadier-Bataillonen in Philadelphia ein und schickte sich an, die Stadt zur Verteidigung einzurichten. Die Haupt-Armee lagerte bei Germantown. Die Hessen bildeten hier den linken Flügel, mit den Jägern vorn an der Strasse nach Lancaster.

Am 3. Oktober 1777 um Mittag erhielt Kapitain Ewald den Besuch eines Mannes (»der keineswegs ein Tory war,« sagt er), dessen Besitztum er bei einer früheren Gelegenheit vor der Plünderung bewahrt hatte. Beim Weggehen sagte der Amerikaner zu ihm: »Mein Freund, seien Sie auf Ihrer Hut diese Nacht und morgen.« Ewald verstand den Wink und berichtete diese Bemerkung seinem Oberst, der es an das Hauptquartier weitermeldete. Die Generale nahmen keine Notiz davon, doch wir werden aus dem folgenden Bericht sehen, dass die Jäger auf einen Angriff vorbereitet waren.

Auszug aus dem »Journal«, geführt bei dem Hochlöblichen Hessischen Feld-Jäger-Korps: »Oktober 4. Die vielen Detachements, welche der General Howe nach Philadelphia und Jersey geschickt, um Mud Island zu belagern und die Stadt zu besetzen, mochten den General Washington bewogen haben, besonders da er eine Verstärkung aus Virginien erhalten, die Königliche Armee zu attaquieren. In dieser Absicht war er aus seinem Lager an der Skibback-Creek aufgebrochen, und gegen 2 Uhr diesen Morgen erhielten wir die Nachricht von dessen Anmarsch. Der Oberstlieutenant von Wurmb rückte mit dem Jäger-Korps sogleich aus, liess den Vorfall an den General Knyphausen melden und besetzte die Brücke bei Van Doerens Haus, so über den Visihigging (Wissahickon) führet. Wir hörten bald darauf das Feuern am rechten Flügel und gegen 1/2-4 Uhr wurde das Jäger-Korps von einem Korps von 4000 Mann mit 4 Sechspfündern attaquiert. Das Korps musste auch wirklich die Brücke verlassen, setzte sich aber auf die gegenüberliegende Höhe und defendierte solche mit dem Büchsenfeuer gegen die wiederholten Versuche des Feindes sie zu forcieren. Die 4 feindlichen Kanonen spielten beständig auf die Jägers, ohne dass unsere Dreipfünder den Feind erreichen konnten. Das Feuer wurde inzwischen allgemein und sehr heftig auf dem rechten Flügel, bis gegen 9 Uhr der General-Lieutenant von Knyphausen sagen liess, dass der feindliche linke Flügel geschlagen sei. Hierauf attaquierte der Oberstlieutenant von Wurmb die Brücke aufs Neue und vertrieb den Feind sowohl von da, als auch der gegenüberliegenden Höhe unter einem heftigen Feuer. Da die Attaque durch ein langes Defilee geschehen musste, so hatte man feindlicherseits Zeit, sich zu retirieren; wir fanden daher auch nur 20 Tote — und da die Jägers auch ohnehin schon sehr fatiguiert und nicht unterstützt wurden, auch nur in 300 Mann bestanden, so geschah keine weitere Verfolgung.

»Im Centro der Armee war der Feind auf die leichte Infanterie gefallen und hatte solche zurückgeschlagen. Der Oberstlieutenant Musgrave warf sich aber mit dem 40. Regiment in ein steinern Haus, welches vom Feind angegriffen wurde, und wo er sich bei aufhielt, sonst hätte er vielleicht geschwinder und noch ehe einmal die Armee alle im Gewehr gewesen, solche attaquieren können. So aber attaquierte die Armee ihn, schlug ihn aus der Stadt heraus und in die Flucht. Er retirierte sich darauf in sein voriges Lager an der Skibback-Creek mit Zurücklassung von 300 Toten, 600 blessierten und 400 Gefangenen. Der unsrige Verlust ist gleichwohlen 400 Tote und Blessierte, unter ersteren befand sich der General Agnew. Lord Cornwallis, welcher das Feuer zu Philadelphia gehört hatte, setzte sogleich von da 3 Grenadier-Bataillons in Marsch. Er für seine Person kam noch zeitig genug, um am letzten Teil der Aktion Anteil zu nehmen, die Bataillons kamen aber zu spät.«

Es war nunmehr für Sir William Howe von der grössten Wichtigkeit seinen Kriegs- und Transportschiffen Eingang auf dem Delaware zwischen Wilmington und Philadelphia zu verschaffen. Auf diese war er in grossem Maasse angewiesen wegen seiner Lebensmittel und zu seiner Verbindung. Der Fluss war etwa 10 Meilen unterhalb Philadelphia durch spanische Reiter gesperrt, welche gedeckt wurden von Fort Mercer bei Redbank auf dem New-Jersey-Ufer und von Fort Mifflin auf einer Insel in der Nähe des gegenüberliegenden Ufers von Pennsylvanien. Zwischen den Forts waren Hindernisse in den Kanal versenkt und diese wurden wieder von Galeeren beschützt. Einige Boote mit Lebensmitteln waren glücklich durch alle diese Hindernisse hindurchgeschlüpft; die freie Schiffahrt auf dem Flusse war für die Briten sehr wesentlich.

Oberst Karl Emil Kurt von Donop war einer der vorzüglichsten hessischen Obersten und war persönlicher Adjutant des Landgrafen gewesen, dessen Günstling er war. Er hatte im vorhergehenden Jahre ein selbständiges Kommando von einiger Wichtigkeit in Bordentown gehabt und hatte nun den Wunsch ausgedrückt wieder detachiert zu werden. Sir William Howe willfahrte ihm. Er wurde abgesandt um Fort Mercer zu nehmen. Donop brach auf am 21. Oktober 1777 mit drei Bataillone Grenadieren, 1 Regiment Infanterie, 4 Kompanien Jägern und 12 berittenen Jägern, alles Hessen, 8 Feldgeschützen, die zu den Regimentern gehörten und 2 englischen Haubitzen. Er soll noch mehr Artillerie verlangt und daraufhin zur Antwort erhalten haben, wenn er sich nicht getraute das Fort anzugreifen, so würden es die Engländer nehmen. »Sagen Sie Ihrem General,« erwiderte er dem Offizier, der diese Botschaft überbrachte, »dass Deutsche sich nicht scheuen, dem Tod ins Auge zu schauen.« Darauf erklärte der Oberst denen, die um ihn waren: »Entweder wird das Fort bald Fort Donop heissen oder ich werde gefallen sein.« Er brach mit seinem Detachement auf und brachte die Nacht in Haddonfield zu. Ungefähr um Mittag des 22. Oktober langte er in Redbank an und ritt vor um das Terrain zu rekognoszieren. Das Fort war ein fünfseitiges Erdwerk mit Graben und Verhau. Es war zuerst von den Amerikanern in zu grossem Massstabe angelegt worden, aber ein Monsieur du Plessis de Mauduit, ein junger französischer Offizier, der von Washington dem General Christoph Greene zur Verteidigung des Forts beigegeben war, hatte die Ausdehnung des Werkes vermindert, sodass es in seiner veränderten Form ein etwas unregelmässiges Fünfeck bildete. Auf drei Seiten des Forts fand der Angreifer gedeckte Annäherung durch die Waldungen bis auf 400 Yards. Auf der Südseite war der Delaware. Die Besatzung bestand aus 300 Mann mit 14 Kanonen.