Nach Ankunft vor dem Fort sandte Donop einen Adjutanten, um die Besatzung zur Uebergabe aufzufordern. »Der König von England gebietet seinen aufrührerischen Unterthanen die Waffen niederzulegen«, lautete die Aufforderung »und sie werden gewarnt, dass, wenn sie solange zögern bis es zum Kampf kommen wird, kein Pardon gegeben werden wird.« Der Adjutant berichtete, dass er nur wenig Leute in dem Fort gesehen habe.

Oberst von Donop stellte sein kleines Korps in Schlachtordnung auf. Seine rechte Flanke nahm Anlehnung an den Fluss, an welchem er seine 8 Dreipfünder und 2 Haubitzen plaziert hatte. Diese wurden von einem Bataillon Grenadieren und von Jägern gedeckt, welche Flanke und Rücken gegen Truppen decken sollten, welche etwa von den Schiffen im Delaware ausgeschifft werden möchten. Die hessische Angriffslinie nahm den grösseren Teil des ganzen Weges um das Fort herum auf der Landseite ein; der Angriff wurde gleichzeitig von Norden und Süden gemacht. An der Tête eines jeden Bataillons befand sich ein Offizier, der die Sappeure kommandierte und 100 Mann mit Faschinen, die eilig in den Wäldern gemacht worden waren.

Ungefähr um 4 Uhr war alles bereit. Donop forderte darauf seine Offiziere mit einigen Worten auf, sich tapfer zu verhalten. Sie stiegen alle ab und zogen ihre Säbel, nahmen ihre Plätze in der Front ihrer Bataillone ein, und der Angriff begann. Die Hessen gingen im Laufschritt vor, überstiegen die alten nicht mehr gebrauchten Linien mit ihrem Schlachtruf, erreichen den Verhau, wurden aber durch Wolfsgruben und einen Graben überrascht, zu dessen Füllung sie nicht genug Faschinen hatten. Drei amerikanische Galeeren, die im Flusse lagen, unterhielten ein lebhaftes Feuer auf die hessische rechte Flanke. Einige der Hessen erklommen den Wall des Hauptforts. Sie wurden sofort zurückgeworfen. Donop wurde, von einer Musketenkugel in die Hüfte getroffen, tötlich verwundet. 22 Offiziere waren tot oder verwundet, darunter die Kommandeure sämtlicher Bataillone. Die Hessen machten Kehrt und zogen sich zurück, indem sie viele Verwundete liegen liessen. Oberstlieutenant von Linsingen sammelte die Trümmer der Brigade und brachte sie am nächsten Tage unbelästigt nach Philadelphia. Zwei englische Schiffe, welche versucht hatten, sich an dem Kampfe zu beteiligen, waren auf den Grund gelaufen. Eins davon flog am nächsten Tag durch das Feuer der amerikanischen Galeren und schwimmenden Batterien in die Luft; das andere war in Brand gesteckt und verlassen worden.

Die Hessen waren zurückgegangen, die Nacht war hereingebrochen, und ein Teil der Besatzung kam aus dem Fort heraus, um den Verhau wiederherzustellen und für die Verwundeten zu sorgen. Mehrere hessische Grenadiere wurden dicht hinter der Brustwehr vorgefunden, wohin sie sich verkrochen hatten und wo die Kugeln über ihre Köpfe hinweggingen. Die armen Kerls konnten ohne Unterstützung nichts machen und fürchteten sich, wegzulaufen. Sie wurden in das Fort aufgenommen. Unter denen, die heraus kamen, um den Verhau wieder in Stand zu setzen, war auch Kapitain du Plessis. Diesen rief Donop mit den Worten an: »Wer Du auch sein magst, trage mich von hier weg.« Du Plessis liess den Oberst in das Fort tragen. Als er hineingebracht wurde, riefen einige Soldaten laut, die entweder nicht wussten, dass seine Wunde tötlich war, oder noch aufgeregt von der Schlacht und eingedenk der Drohungen, mit denen sie noch vor wenigen Stunden begrüsst worden waren: »Wohlan, ist es ausgemacht, dass kein Quartier gegeben werden soll?« »Ich bin in Eurer Hand,« antwortete der Oberst, »Ihr könnt Euch rächen.« Du Plessis hatte keine Schwierigkeit, die Soldaten zu beschwichtigen, und schenkte dann seine ganze Aufmerksamkeit dem verwundeten Manne. »Mein Herr,« sagte der Letztere, »Sie scheinen ein Fremder zu sein; wer sind Sie?« »Ein französischer Offizier,« antwortete du Plessis. »Dann bin ich zufrieden,« sagte Donop auf Französisch, »ich sterbe in den Armen der Ehre.«

Der hessische Oberst lebte noch drei Tage nach dem Angriff und unterhielt sich viel mit du Plessis. Er bat den Letzteren, ihm zu sagen, wenn der Tod nahe sein würde. Du Plessis willfahrte seiner Bitte. »Das ist ein frühes Ende für eine schöne Laufbahn,« sagte Donop, »aber ich sterbe als das Opfer meines Ehrgeizes und der Habsucht meines Monarchen.«[4]

[4] Eelking bestreitet die Richtigkeit des letzten Teils der Worte des sterbenden Donop.

Die Zahl der bei Redbank gefallenen, verwundeten und gefangen genommenen Hessen betrug 379, einschliesslich 22 Offiziere. Die Amerikaner hatten 37 Tote und Verwundete.

Diese brillante Verteidigung gewährte jedoch nicht andauernd dem Sieger die Gewalt über den Fluss. Am 9. November eröffneten die britischen Batterien das Feuer auf Fort Mifflin. Das Bombardement dauerte 6 Tage und Nächte. Mehr als 12000 Schüsse sollen dabei gefallen sein. Am 15. kam auch noch die englische Flotte, um sich an dem Kampf zu beteiligen. Ein Kriegsschiff mit 16 Vierundzwanzig-Pfündern und ein grosser Indiaman mit 3 Kanonen von demselben Kaliber wurden so nahe an das Fort herangebracht, dass man von ihrem Takelwerk Handgranaten hineinschleudern konnte. 5 grosse Schiffe hatten auf der andern Seite Aufstellung genommen. Die Landbatterien hatten 30 Geschütze. Die Blockhäuser des Forts, die gute Dienste geleistet hatten, waren in Stücke zerschossen worden. Eine Menge Kanonen waren zum Schweigen gebracht. In der Nacht vom 15. zog sich die Besatzung nach Fort Mercer zurück. Cornwallis wurde abgesandt, um es einzuschliessen, so dass Washington nicht im Stande war, es zu verstärken. Das Fort wurde am 20. November verlassen, die Baracken angezündet und die Magazine in die Luft gesprengt. Die amerikanischen Schiffe auf dem Flusse wurden ebenfalls verbrannt. Cornwallis vervollständigte die Zerstörung des Forts, dessen Wälle rasiert wurden.


[Kapitel XVII.]