Am 6. Juli 1781 vereinigte sich die französische Armee unter Rochambeau mit der von Washington vor New-York; länger als einen Monat bestand die Kriegführung in Scharmützeln; Sir Henry Clinton machte sich nämlich darauf gefasst, in New-York belagert zu werden, sobald die französische Flotte von West-Indien ankommen würde.
Am 18. August 1781 wurde das Übergehen des Feindes über den North-River gemeldet. Doch noch immer wurden Clintons Augen nicht geöffnet. Vergebens machte Oberstlieutenant von Wurmb von den Jägern, der die Erlaubnis hatte, auf eigene Faust Spione auszuschicken, den Oberkommandierenden darauf aufmerksam, dass die vereinigte Armee auf dem Marsche nach Virginia begriffen sei. Der Oberstlieutenant nahm dies aus zwei Gründen an. Der erste war, dass Vorbereitungen getroffen wurden, die Amerikaner und Franzosen auf der Strasse durch New-Jersey mit Lebensmitteln und Fourage zu verproviantieren; der zweite, dass der Oberstlieutenant gehört hatte, eine Amerikanerin, die Gattin eines höhern französischen Offiziers, wäre angewiesen worden, nach Trenton zu gehen. General Clinton liess sich nicht überzeugen, bis es zu spät war, dieser Bewegung entgegen zu treten.
Selbst nachdem ihm Washingtons Plan klar geworden war, war er nicht gewillt, seine ganze verfügbare Streitmacht wenigstens zu einer Diversion zu Gunsten von Lord Cornwallis zu verwenden. Es lässt sich jetzt schwer sagen, ob eine Unternehmung gegen Philadelphia oder den Hudson hinauf eine Umkehr der Verbündeten von Ihrem Zug nach dem Süden veranlasst haben würde. Clinton indessen begnügte sich damit, Vorbereitungen zur Einschiffung eines Korps nach Yorktown zu treffen, und ein Detachement unter Benedict Arnold, der kurz vorher von Virginia zurückgekehrt war, nach der Küste von Connecticut zu entsenden. Arnold erreichte an der Spitze von zwei englischen Regimentern und 100 hessischen Jägern am 6. September New-London und stürmte das Fort, dessen kleine Besatzung eine verzweifelte Gegenwehr machte. Arnold steckte einen Teil der Stadt, die Magazine und die Schiffe auf dem Stapel in Brand. Die Schiffe im Hafen entkamen den Fluss hinauf.
Nicht vor dem 19. Oktober kam die britische Flotte dazu, in See zu stechen, um Lord Cornwallis zu Hilfe zu kommen. Die hessischen Grenadiere und die andern Truppen waren an Bord der Kriegsschiffe genommen worden. Am 28. Oktober traf die Flotte am Eingang in die Chesapeake Bay ein, und erhielt vom Ufer aus die Nachricht von der Übergabe Cornwallis. »Diese zweite Burgoynade,« schreibt ein hessischer Offizier, »wird jedenfalls viel dazu beitragen, den Krieg zu einem unglücklichen Ende zu bringen.« Diese Voraussagung hat sich vom Standpunkt des Offiziers aus bewahrheitet. Doch jetzt müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die Ereignisse lenken, die zur Katastrophe von Yorktown führten.
[Kapitel XXIII.]
Der Feldzug im Süden im Jahre 1781.
Als Sir Henry Clinton im Juni 1780 von Charleston absegelte, befanden sich zwei hessische Regimenter bei der Besatzung, die er zurückliess; und bald nachher kam noch ein drittes Regiment hinzu, welches von Savannah dorthin befördert wurde. Einen Bericht über eine Teilnahme dieser Regimenter an dem Feldzug, den Lord Cornwallis in Süd- und Nord-Carolina führte, kann ich nirgends finden. Am 16. August 1780 war die amerikanische Armee unter General Gates bei Camden vereinigt; am 18. überfiel Tarleton eine Truppen-Abteilung unter Sumter. Sechs Wochen später hatte sich das Blatt durch das glänzende Gefecht bei Kings Mountain gewendet, in welchem ungefähr 1400 Hinterwäldler einen Berg umzingelten und erstürmten, der von einer gleichen Zahl von britischen regulären Truppen und Provincials besetzt war; zwei Fünftel davon wurden getötet oder verwundet, der Rest gefangen genommen.
LORD CORNWALLIS'S OPERATIONEN IM SÜDEN. 1781.