„Ich habe keines,“ war meine Antwort. „Ich komme aus Reichenberg und wollte ins Spital. Aber man hat mich nicht aufgenommen, weil überfüllt ist.“
„Warum fährst du nicht zurück?“
„Ich habe kein Geld. Auf der Polizei werden sie mir ein Rückreisebillett geben. Aber erst morgen. Nachmittag wird nicht amtiert, und da haben sie mich hergeschickt.“
„Wer hat dir das gesagt, daß du hergehen sollst?“
„Der Offizial S...“ Ich nannte den Namen des Beamten, der die Reiseunterstützungen aushändigt, und dies genügte, um den Auguren von der Richtigkeit meiner Aussage zu überzeugen. Aber er hatte noch eine Besorgnis:
„Weshalb wolltest du ins Krankenhaus?“
„Ich habe Herzschwäche.“
Er sah mir forschend ins Gesicht, ob ich wirklich krank sei. Nun aber war ich — welche ein Zufall! — ausnahmsweise, ganz ausnahmsweise in der vorigen Nacht „auf dem Flam“ gewesen und war blaß. Da ließ er mich denn aus Mitleid ein. „Ein Neuer!“, rief er einem anderen Bediensteten zu, der auf der anderen Seite des Tores stand und Protokoll führte. Ich gesellte mich zu den anderen Obdachlosen, die sich im Hausflur drängten. Der Asylbedienstete wandte sich nun an die, die draußen harrten. „Ist noch jemand, der noch nicht zwei Nächte hier war?“ Keine Antwort. „Gute Nacht, hochgeehrte Herren,“ mit diesem ironischen Gruß schloß er das große Tor. Nun stellte sich ein Angestellter des Asyls auf die erste Stufe der Wendeltreppe und ordnete an:
„Stiefel abputzen, Hemdkragen öffnen, paarweise antreten!“
Geräuschvoll wurde diesem Befehle Folge geleistet und vom ersten Stock erscholl die zweite Order: