[4] Karl von Holtei. Eine Biographie. II. Prämie zu Kobers Album. 1856. Prag und Leipzig. Der anonyme Verfasser ist Dr. O. Storch.
[5] Neue Folge. I. Band. Nr. 48, S. 753 u. ff.
Arrestgebäude
Die Albrechtskaserne in Smichow besteht aus vier Gebäuden, von denen jedes auf der Hoffront mit großen Lettern eine der vier Aufschriften trägt: „Westkaserne“, „Südkaserne“, „Stabsgebäude“ und „Nordkaserne“.
Darauf läßt es sich zurückführen, daß ein Infanterist auf die Frage, welches die vier Weltgegenden seien, geantwortet hat:
„Nord, Süd, West und Stab.“
Das Stabsgebäude, das zu dieser falschen Antwort Anlaß gab, füllt nicht die ganze Ostseite des Kasernenkarrees aus: An der Ecke der Petřinergasse und der Königsstraße steht noch ein entzückendes, quadratisches Häuschen: „Arrestgebäude“ ist oberhalb des Tores zu lesen.
Die Fenster sind vergittert und auf den Stufen, die zum Eingang hinaufführen, steht oder sitzt ein Soldat mit grauen Aufschlägen, Tschako und Patrontasche. Der Avisoposten. Er steht da, um das Nahen des inspizierenden Offiziers schnell dem Gefreiten melden zu können, der Wachkommandant ist.
In diesem Hause habe ich einige Monate lang das Zimmer gehütet. Lang, lang ists her und vielleicht hat sich seither vieles geändert und es ist nicht mehr so arg, wie es damals war. Dann hat dieses Feuilleton nur den Charakter einer Reminiszenz, erzählt nur Gewesenes.
An dem kleinen Eckhause der Petřingasse und der Smichower Königsstraße gehe ich nie ohne leisen Schauer vorbei. Ich habe in einem meiner Bücher und in vielen Geschichten heiteres von meinen beim Militär verübten Streichen erzählt. Aber die Strafen habe ich immer nur mit kurzen Worten gestreift. Sonst wäre es schnell mit dem Humor vorbei gewesen. Meine „Festungstid“ war die böseste Zeit meines Lebens.