„So dringend? Na, alsdann geh’n wir!“
Der Chef des Generalstabes geht mit dem Chef seines Evidenzbureaus durch den Speisesaal.
In einem Nebenraum erstattet Urbañski die Meldung. Conrad war schon auf Schlimmes gefaßt. Aber als er hört, um was es sich handelt, wird er kreidebleich. Er spricht kein Wort. Er versucht, sich die Tragweite dieses Verbrechens vorzustellen. Der Fall wird bekannt, – Empörung braust heran, – die Truppe haßt den Generalstab ohnedies, „die Auserwählten“ – was wird das Ausland sagen! der Feind! – welch ein Triumph! Alles schon morsch, sagt man gerne der Monarchie nach – und im verbündeten Reich, welche Besorgnis, welches Mißtrauen! Und bei den oppositionellen Nationen, was wird geschehen, wenn in dieses Pulverfaß ein Zündstoff fällt! Gerade jetzt, da die Lage mehr als kritisch ist, – sie fordert höchste Anspannungen –. Der Chef des Generalstabes denkt nach. „Diese alberne Musik, wenn sie doch wenigstens für fünf Minuten aufhören wollte!“ Er setzt sich, steht wieder auf. Spricht die Entscheidung aus:
„Der Schuft muß ergriffen werden, man muß aus seinem Munde hören, wie weit der Verrat reicht und – dann muß er sofort sterben!“
Man muß dem Vaterland, der Wehrmacht und – vor allem – dem Generalstab die Erschütterung ersparen, die nicht ausbleiben kann, wenn so etwas bekannt wird.
„Er selbst, Exzellenz ...?“
„Ja. Niemand darf etwas über die Todesursache erfahren! Bin ich verstanden worden, Herr Oberst?“
„Zu Befehl, Exzellenz!“
„Heute nacht muß alles geschehen!“
„Zu Befehl, Exzellenz!“