Und deshalb schaltet der Interviewer hier ein persönliches Erlebnis ein: am Sonntag, den 25. Mai 1913 spielte in Prag der Deutsche Ballspielklub „Sturm“ ein Fußballmatch gegen „S. K. Union-Holeschovice“. Die Notiz des „Prager Tagblatt“ lautete am nächsten Tage:

DBC Sturm I gegen SK Union V (Holeschowitz) 5:7 (Halbzeit 3:3). Sturm war von Anfang an überlegen, was sich auch in der großen Zahl seines Scores ausdrückt. Doch war seine Verteidigung durch das Fehlen Marečeks und Wagners derart geschwächt, daß Atja allein nicht imstande war, alle Durchbrüche Unions zu vereiteln.

Kurzum, ein ungünstiges Resultat. Am meisten ärgerte sich wohl der Obmann „Sturms“ über das unangesagte Fernbleiben Wagners, dem er knapp vorher eine Gefälligkeit erwiesen hatte, wie sie Obmänner den Koryphäen der ersten Mannschaft manchmal zu erweisen pflegen. Dafür hatte Wagner pünktliches Antreten versprochen – und schon am Sonntag blieb Wagner aus. Deshalb schaute besagter Obmann (der im Privatberuf Redakteur eines Prager Blattes und Prager Korrespondent einer Berliner Zeitung war) gar nicht freundlich auf, als ihn Wagner am Montag ins Bureau besuchen kam.

„Ich konnte wirklich nicht kommen,“ versuchte sich der saumselige Endback zu entschuldigen.

„Das ist mir egal.“ Der Obmann blieb ablehnend.

„Ich war schon angezogen, da kommt eine Ordonnanz in unsere Werkstatt und sagt, es soll ein Gehilfe ins Korpskommando kommen, ein Schloß aufbrechen.“

„Erzähl’ mir keine Geschichten! So etwas dauert fünf Minuten. Und wir haben eine geschlagene Stunde mit dem Anstoß gewartet.“

„Aber ich mußte doch die Wohnung eines Offiziers aufbrechen, und dann alle Schubfächer und alle Schränke ... es war nämlich eine Kommission aus Wien da, die hat nach russischen Papieren gesucht. Und nach Photographien von Plänen.“

„So? Und wem gehört die Wohnung?“

„Ich glaube, einem General. Eine sehr nobel eingerichtete Wohnung.“