Fort, weit weg von der sanften Stille ihres Gartens, dessen heilige Geheimnisse sie nicht verstehen. Da ihre Seele ohne Traum und Ahnen ist.
Der unsichtbare Garten
Das heißt, der Dichter sieht ihn.
Er liegt im Herzen einer Mutter und wächst darin und wird täglich schöner und reicher.
Die Mutter hat ein liebes krankes Kind.
Und für dieses Kind sucht sie einen Garten, in dem seine Seele blühen und sich freuen kann.
Da es im harten, tätigen und bewegten Leben der Gesunden keinen Platz haben kann, schafft ihre traurige Liebe ihm ein Reich der Freude, wo seine schmerzliche Gebundenheit sich an den Träumen der Schönheit zur Freiheit der Seele lösen kann.
Und die Mutter geht suchend umher und späht und forscht zwischen Höhen und Wegen und lugt in alle ruhenden Gärten und fragt sie alle – Seid ihr schön genug für mein krankes Kind?
Doch keiner will ihr gefallen. Und sie sucht weiter und läßt dabei in ihrer Herzenstiefe den Garten erblühen, den sie mit ihrer Seele sucht und nimmt ihr krankes Kind da hinein und zeigt ihm alle seine Herrlichkeit und Pracht.
Die Türe öffnet sich, und sie treten in einen Laubengang, wo es grüngolden leuchtet durch das sonnenwarme Gezweig. Auf den Wegen liegen die rundlichen Schatten der Blätter und spielen im Sommerwinde, und die rankenden Blüten des Gaisblatts fallen dicht und duftend zu ihnen herunter.