Die andere, vom Leben zarter gestaltete, trägt das Licht der Freude durch die Räume. Mit leichteren Schritten wandelt sie die sanfteren Wege. Schneller ist ihr Gang, sorgloser ihre Bewegung, sie hat das Lachen der Jugend in ihrer Stimme, und der Duft einer anderen Welt ist um sie her.

An der Schwelle des Hauses treffen sich beider Wege. So genau in der Mitte dieses zwischen den Gärten steht, so genau treffen sie da mit ihres Wesens Mitte zusammen. Gleich zu gleich an innerem Werte, nur so weit verschieden in der Melodie ihrer Seelen, daß sie zusammen eine neue, reichere und höhere geben, ruhen sie ineinander in jener stillen und starken Sicherheit ihrer Tage, die nur solche ganz erfahren, die in einer großen Liebe ruhen.

Zu zweien nur wandelt der Mensch im Paradiese.

Einsamkeit bindet und hemmt die seligsten Kräfte des Menschenherzens.

Zwei geben sich Leben und Echo.

Der Einsame geht in der Starre des Schweigens, an dem sich das zarteste Wellenspiel seines Wesens bricht und stirbt, und das die Blüten seiner Seele in der Knospe verdorren läßt.

So wandeln die beiden von ihrer Einsamkeit erlöst, im Segen ihrer Liebe durch die zwei Wellen ihrer Gärten in Geben und Nehmen sich einander schenkend, das Spiel ihrer Kräfte in den Dienst der Arbeit und Freude gestellt, der Arbeit und Freude zu zweien, aus der wie im Wechselspiel zwischen Sonne und Erde die unendliche Fülle seliger Möglichkeit blüht.

Und der Kreis ihrer Tage schließt sich zu dem Ring der Vollendung, wie er nur jenen sich schließt, die zwischen ich und du die heilige Bindung der Liebe finden.

Vieler Schritte gehen an diesem Garten vorüber.

Vieler Blicke ruhen sekundenlang auf der lächelnden Schönheit seiner glücklichen Stille.