Der, dem er gehört, hat sich hier einen Traum in die Wirklichkeit gerettet. Einen Traum, der einst Leben war und nun unter den Schleiern der Erinnerung ein gar seltsam unwirklich Wirkliches geworden.

Über die breite Brüstung, welche die Vorderseite des Hauses umgibt, ranken in wildem Überfluß die tiefen Purpurblumen der großen, weitoffenen Kelche der Glyzinen und Dahlien. Die goldenen Dolden der Königskerzen drängen sich dazwischen, und das tiefe Orange der Kresse fällt mit seiner runden Blätterfülle zu dem kleinen Teich herab, auf dem zwei weiße Schwäne im silbernen Strahl des fallenden Wassers aufleuchten.

Um das Rund des Beckens ein Kranz glühender Rosen, und aus den Ecken und Winkeln der Rampe steigen hohe Malven in süßen, schwermütigen Farben auf. Beete von Phlox und Bethunien und sammetschweren Violen wehen leise im linden Sommerwinde.

Tief aus einem der dunklen Seitenwege taucht in edelsteinfunkelnder Pracht ein Pfau auf, breitet im vollen Wissen um seine königliche Herrlichkeit sein goldgrünblitzendes Rad der Sonne entgegen und schreitet stolz und majestätisch an der Pfauin vorüber, die demütig im stilleren Gewande am Boden herum pickt.

Aber auch sie ist ein leuchtendes Bündel schillernder Farbenpracht.

Da ertönt ein brünftiger Schrei von der Rampe.

Ein schneeweißer Pfau mit zarter, siebenzackiger Silberkrone auf seinem feinen Köpfchen stößt diesen Schrei der Eifersucht aus, da ihm die unerhörte Herrlichkeit seines Rivalen das Gemüt verwirrt. Er sträubt sein Gefieder, und mit dem kurzen Rade seiner silberweißen Federn spielt er ein Fächerspiel, so kokett und lockend wie die schönste Königin es nicht feiner verstünde, und wüßte er, wie göttlich schön er so silberweiß in der Sonne leuchtet, er ließe den Schrei der Eifersucht unverbraucht in seiner Kehle.

Seitlich vom Garten ist ein großes, hohes Vogelhaus. Weißes Lattenwerk von grünem Geranke umgeben. Drinnen surrt und zwitschert und flattert es in lustigem Bunt. Goldfasanen schimmern wie kostbare Bronzen auf. Blaugrüne Sittiche ducken sich auf den Stangen. Grüngoldene Zeisige und gelbe Hänflinge flattern umher. Und um die fremde Schar stolziert in stiller Behaglichkeit der Welschhahn, und eine Rotte gelber Bramahühner und tiefschwarzer Hähne wirren durcheinander hin, treten in die grünen Beete und picken schamlos die zarten Halme aus dem sammetglatten Rasen.

Weiter hinten ragt ein Wintergarten in zierlichem Gestänge und buntem Glasgefunkel, und seltsames Geblühe fällt in bunter Glut von der Decke herab und klettert an den Wänden hoch, und die Sonne deckt alles mit ihren goldenen Wellen und mischt das unglaubliche Getöse all dieser lauten Farbentöne zu einer seligen Lust, an der einem die Augen übergehen. –

Am Hause öffnet sich einer der grünen Fensterläden. Ein alter weißhaariger, Mann in dunkler Litewka schaut heraus.